Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1931
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Im BootÜbersetzung: In the Boat
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
11.6.1949Schenkung: Deutsche Verwaltung für Volksbildung / Staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten,
11.6.1949–1952 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 112 x 100 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/967454
Objektbeschreibung
Der 1928 zu Studienzwecken begonnene Aufenthalt in Paris sollte nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 zur politischen Emigration für Lingner werden. Als bekennender Kommunist – 1934 trat er der Kommunistischen Partei Frankreichs bei – war für ihn eine Rückkehr nach Deutschland ausgeschlossen. Schon in seiner Zeit in Weißenfels, einer Hauptstätte der chemischen Großindustrie, hatte Lingner angefangen, sich in seinen Bildern mit sozialen Themen auseinanderzusetzen. Diese griff er in Paris verstärkt wieder auf, nachdem er 1930 den Schriftsteller Henri Barbusse kennengelernt hatte, der ihn als Zeichner und Gestalter für die kommunistische Wochenzeitschrift „Monde“ engagierte. Nicht nur in seinen Pressezeichnungen, auch in seinen freien künstlerischen Arbeiten – wie „Im Boot“ (A III 232) oder „Bauarbeiter“ (A III 234) – widmete sich Lingner dem Alltag der Arbeiter in den Banlieues, den Vorstädten von Paris. Dabei stellte er in seinen Bildern sowohl die Freuden als auch die Anstrengung im täglichen Existenzkampf heraus. Die wiedergegebenen Figuren und ihre Umgebung sind ausdrucksstark modelliert, was durch eine kräftige Silhouette oder schwarze Umrisslinie unterstrichen wird. 1939 schrieb der ebenfalls im französischen Exil lebende Kunstkritiker Paul Westheim über Lingner: „Er hat angefangen das Pariser Volk, Arbeiter und Arbeiterinnen, darzustellen, wie sie sind und wie sie leben. Nicht nur so ‚Bilder mit sozialem Motiv‘, was eine Sache für sich ist, sondern den Pariser Arbeiter, wie er nun mal ist, wenn er aus der Tretmühle von Fabrik und Büro heraus ist und auch noch sein Leben lebt, das anders ist als das Leben auf den grands boulevards, aber nicht minder charakteristisch“ (Paul Westheim, Max-Lingner-Ausstellung, 1939, in: ders., Kunstkritik aus dem Exil, Hanau 1983, S. 242). | Maike Steinkamp
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de