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Annunzio diagonale

Ident. Nr.: NG 14/62

ObjID: obj:967465

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Piero Dorazio (1927 - 2005),
Künstler*in
Datierung
1960
Weitere Titel
Sammlungstitel: Annunzio diagonale
Übersetzung: Diagonal News
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 103 x 103 cm
Erwerbung
1962 Ankauf von der Galerie Springer, Berlin (West)

Objektbeschreibung

Dorazios Frühwerk entstand in den Jahren unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine künstlerischen Bezugspunkte waren zunächst die großen Maler der europäischen Moderne wie etwa Gino Severini, Georges Braque oder Piet Mondrian. Seine Reisen führten den Römer in zahlreiche westeuropäische Länder und die USA. Aus der Beschäftigung mit Farbe und Form gingen Bilder hervor, die im Wesentlichen aus Farbstreifen bestehen und sich den dominanten Strömungen des Abstrakten Expressionismus oder Informel jener Zeit entgegenstellen. In „Annunzio diagonale“ ziehen schwarze Linien über einen dunkelblauen Hintergrund. Sie ergeben ein dichtes Geflecht und erzeugen einen vielschichtigen Effekt. Indem sich die schwarzen Linien in den Vordergrund zu schieben scheinen und das Blau dadurch als Hintergrund wirkt, erhält das Gemälde eine überraschende Tiefe. In „Pilota 4“ dagegen ist die Struktur gröber, die Streifen sind dadurch leichter einzeln mit dem Auge nachzuvollziehen, ohne den Eindruck eines textilen Gewebes zu schwächen. Waagerechte und diagonale Streifen lassen kaum Zwischenräume frei; am Rand kontrastiert die feinere, naturfarbene Leinwandstruktur mit den starken Farbtönen der Malerei, die etwas Unfertiges, Skizzenhaftes hat. Bei näherem Hinsehen wird deutlich, dass die Streifen übereinandergelagert sind und es der dünne Farbauftrag ermöglicht, dass alle Schichten sichtbar bleiben. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz