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Blumenstillleben mit Tulpen

Ident. Nr.: A III 48

ObjID: obj:967468

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
George Mosson (1851 - 1933),
Künstler*in
Datierung
1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Blumenstillleben mit Tulpen
Übersetzung: Still Life with Tulips
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 100 x 135 cm
Erwerbung
1927 Ankauf durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung

Objektbeschreibung

In einem Artikel über Mosson vom November 1926 (Paul Fechter, in: Westermanns Monatshefte, 71. Jg. [1926], Band 141, S. 267) ist ein nahezu identisches Werk unter dem Titel „Geburtstagstisch“ farbig abgebildet. Beide Stillleben zeigen zahlreiche nebeneinander in Vasen stehende Sträuße aus Frühlingsblumen, vor allem Tulpen und Flieder. Sie füllen fast die gesamte Bildfläche mit Blüten in roten, gelben, violetten und weißen Farbtönen aus. Dargestellt ist der Blumentisch zum 75. Geburtstag des beliebten Malers am 2. Februar 1926. Das 1927 durch das Kultusministerium erworbene, im selben Jahr datierte Gemälde ist vermutlich die in größerem Format ausgeführte Wiederholung der ersten Version. Dieses zweite Bild war unter dem Titel „Am Geburtstagstisch“ in der „Juryfreien Kunstschau Berlin 1927“ ausgestellt. In dem erwähnten Artikel würdigt Paul Fechter die Blumenbilder: „Er ließ den Blumen, was ihrer war, und gab dem Bilde, was dieses fordern durfte. Er fand einen Ausgleich auf der schmalen Basis zwischen der Schönheit der Natur und der Schönheit der Kunst; er borgte nicht Wirkungen, sondern setzte sie um. Er malte Blumen und malte zugleich Stillleben, d. h. farbig formale Gefüge, die ihren eignen Gesetzen unterstehen und nicht nur durch die assoziative Erinnerung an die Schönheit des Objekts, einer Tulpe, einer Rose, eines Anemonenstraußes, wirken“ (ebd., S. 267 f.). | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz