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Flötenspieler

Ident. Nr.: NG 22/63

ObjID: obj:967491

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Benno Elkan (1877 - 1960),
Künstler*in
Datierung
1906
Weitere Titel
Sammlungstitel: Flötenspieler
Übersetzung: Flute Player
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 59 cm
Erwerbung
1963 Ankauf von Wilhelm Weick, Berlin

Objektbeschreibung

Auf einem runden, massiven Marmorsockel befindet sich die zierliche, schlanke Figur eines Jünglings. Er steht im Kontrapost und neigt sich leicht zur linken Seite, in Richtung seines Spielbeins. Seine Arme sind raumgreifend in die Luft erhoben und angewinkelt, die Finger hält er gespreizt – sie müssen einst eine Flöte umschlossen haben, die nicht erhalten ist. Entstanden ist der „Flötenspieler“ 1906 in Paris, wo sich Elkan seit dem Vorjahr aufhielt. In ihrer Ebenmäßigkeit sowie in der Gestaltung des Rumpfes und der Haltung der Beine erinnert die Figur an Donatellos „David“ (ca. 1440; Bargello, Florenz). Seine opake bronzene (Haut-)Oberfläche und jugendliche Körperlichkeit spiegeln sich im Flötenspieler wider, wobei dieser graziler, viel kleiner und weniger kokettierend wirkt als Donatellos Werk. In seiner einem romantisierten antiken Ideal nacheifernden Nacktheit könnte Elkans Jüngling bei einem Bacchanal musizieren. 1933 musste der Künstler vor dem nationalsozialistischen Regime aus Deutschland fliehen. Bis zu seinem Tod blieb er in London; seinen Besitz und die meisten seiner Arbeiten konnte er dorthin bringen. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz