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Eisbarrieren am Usedomer Strand

Ident. Nr.: A III 460

ObjID: obj:967638

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Niemeyer-Holstein (1896 - 1984),
Künstler*in
Datierung
1960
Weitere Titel
Sammlungstitel: Eisbarrieren am Usedomer Strand
Übersetzung: Ice Barriers on an Usedom Beach
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1961
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 39,5 x 60 cm
Erwerbung
1961 Ankauf vom Künstler, Koserow/Usedom

Objektbeschreibung

Das beeindruckende Schauspiel eines Wintertages am Strand von Koserow auf Usedom bei strengem Frost bot Niemeyer-Holstein hier den Anlass zu einer gewaltigen Farbkomposition, die dennoch der Wirklichkeit verhaftet bleibt. Verschiedenste weiße, blaue, rötliche, auch leuchtend gelbe Töne, strukturiert durch eine bewegte Lineatur, die die einzelnen Schichten voneinander trennt, füllen das mittlere Bildfeld, wir sehen die gläsern wirkenden Eisbarrieren und ein rötlich schimmerndes Schneefeld. Im Vordergrund rechts gibt es das Hellblau des Wassers, begrenzt von Buhnen und Steinen. Den Hintergrund bildet ein kompakter violetter Waldstreifen, ein dunkles, ruhiges Band. Darüber sieht man einen Himmel mit sich türmenden Wolken, der die Farbigkeit von Wasser, Schnee und Eis wiederholt, die Szene ist durch das erste Abendrot farblich belebt. Der Winter am Strand, mit gelegentlichen Schnee- und Eiswüstenlandschaften, faszinierte Niemeyer-Holstein besonders. Niemals sonst gab es einen so großen Reichtum an Farbnuancen und die Möglichkeit, ein poetisch-musikalisches Gesamt-Stimmungsbild zu finden, aus hellen und dunklen Tönen, spitzigen und flächigen Formen, das abstrakt und realitätsverbunden zugleich ist, eine malerische Veranschaulichung des Elementaren. Aber auch in Grafiken und Zeichnungen suchte der Künstler mehrfach das Phänomen Eisbarriere zu erfassen. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz