Selbstbildnis mit weißer Mütze
Ident. Nr.: A II 1061
ObjID: obj:967641
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1935
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Selbstbildnis mit weißer MützeÜbersetzung: Self Portrait with a White Cap
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 90,5 x 74 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/967641
Objektbeschreibung
Wie so viele von Kaus’ Bildern, die Personen im Interieur zeigen, vermittelt auch dieses Gemälde in seinem statischen Aufbau Ruhe und Besonnenheit. Der hier Dargestellte hat so gar nichts mehr mit dem zornigen jungen Mann des Selbstporträts von 1919 (Brücke-Museum, Berlin) gemein. Ungewöhnlich für ein Selbstbildnis hat sich der Kreative untätig mit den Händen in den Hosentaschen wiedergegeben. Kaus war inzwischen als Künstler etabliert; hinter ihm lagen erfolgreiche Jahre mit Ausstellungen unter anderem in den Galerien von Ferdinand Möller und Paul Cassirer in Berlin. 1935 nahm er an der Biennale in Venedig teil. Entsprechend selbstbewusst gestaltete er dieses Bildnis. Nicht nur hatte er es nicht nötig, sich als Künstler darzustellen; er verdeckt auch sein „Produkt“, das Kunstwerk, hinter sich fast zur Gänze. Seine Kleidung trägt ebenfalls wenig dazu bei, den Künstlerhabitus zu unterstreichen: Den groben Strickpullover trägt Kaus auch auf einem Foto, das ihn beim Segeln auf dem Müritzsee zeigt (Max Kaus, Gemälde von 1917 bis 1970, Berlin 1971, S. 9). Bei dem Bild hinter dem Künstler könnte es sich um eine Grafik handeln, zumal die ihn rahmenden Federn links und die Kurbel der Druckpresse rechts ihn als Grafiker ausweisen. Aller Wahrscheinlichkeit nach zeigt das Frauenprofil mit der langen, geraden Nase seine Frau Turu, die bis zu ihrem Tod 1944 Kaus’ liebstes Modell war. Das Kunstwerk vollendet, die Hände in den Taschen, in Segelmontur gekleidet – der Künstler scheint auf dem Weg in die Sommerfrische zu sein. | Katharina Wippermann
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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