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Dünen von Schoorl

Ident. Nr.: A IV 207

ObjID: obj:967662

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Franz Radziwill (1895 - 1983),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Dünen von Schoorl
Übersetzung: The Dunes of Schoorl
Abmessungen
Höhe x Breite: 47 x 57 cm
Erwerbung
vermutlich nach 1938 Überweisung vom Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda an die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Anfang der 1920er-Jahre entwickelte Radziwill eine Darstellungsweise, die als „magischer Realismus“ oder „surreale Sachlichkeit“ gilt. Er orientierte sich dafür an der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts sowie an der deutschen Romantik. 1925 reiste er erstmals nach Holland; bis 1933 besuchte er regelmäßig das Küstendorf Schoorl bei Alkmaar. An den Kunsthistoriker Wilhelm Niemeyer schrieb er am 16. Dezember 1926: „Es war mir etwas vollständig neues und großes, zwischen hohen weiten Dünen zu sein, […] das Wort Gebirge war in den Dünen besser geprägt wie in den Vogesen“ (Gerhard Wietek, Franz Radziwill – Wilhelm Niemeyer. Dokumente einer Freundschaft, Oldenburg 1990, S. 125). In der Tat malte Radziwill die Dünen wie schroffe Felsen oder Eisblöcke, die sich zum Himmel auftürmen und durch kalte Farben und kantige Formen bedrohlich wirken. Ein winziger Mensch sowie vereinzelte Halme im Vordergrund sind die einzigen Elemente des Lebens. Der Ausblick ins Tal dagegen zeigt heimelige Gehöfte und durch Baumreihen eingefriedete bunte Felder. 1933 war das Bild in der von dem Berliner Galeristen Günther Deneke arrangierten Wanderausstellung „Die Gemeinschaft“ zu sehen. Von der Station im Städtischen Kunsthaus Bielefeld wurde das Werk an die offenbar interessierte Nationalgalerie geschickt. Radziwill gab 1938 als Standort des Gemäldes das Reichspropagandaministerium an. Es ist unbekannt, wann das Bild von dort zurück an die Nationalgalerie gelangte (Staatliche Museen zu Berlin, Dokumentation des Fremdbesitzes, Band II: Nationalgalerie. Gemälde und Skulpturen, Berlin 2008, S. 69, Nr. 131). | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Der gebürtige Brite Hayter war nach einem Studium der Chemie und Geologie 1926 nach Paris gegangen, um an der Académie Julian Kunst zu studieren. Er wandte sich nun vor allem der Druckgrafik zu. Bereits 1927 führte er ein privates Atelier für experimentelle Grafik, das ab 1931 als „Atelier 17“ bekannt wurde. Es war bald ein kreativer Ort der Lehre und des Gedankenaustauschs für Künstler wie Yves Tanguy, André Masson, Joan Miró, Wassily Kandinsky, Roberto Matta und Hans Arp. Anfang der 1930er-Jahre löste sich Hayter von seinen figurativen Anfängen und baute mehr und mehr abstrakte, organische Formen in seine Grafiken ein, die seine Nähe zu den Surrealisten bezeugen. Zu den frühesten Arbeiten, die diesen Wechsel dokumentieren, gehört die sechsteilige Radierserie „Apokalypse“. Die auf den ersten Blättern noch dominanten figurativen Elemente – ein Mann, dessen Herz offen in seiner Brust schlägt; eine Gruppe von Pferden oder ein brennendes Haus, das von tiefen Rissen umgeben ist – werden von amorphen Linien- und Flächengebilden überlagert, die in den letzten drei Blättern überhandnehmen und den apokalyptischen Prozess der Auflösung unterstreichen. Erst als die Veröffentlichung der Radierungen, begleitet von Versen des surrealistischen Dichters Georges Hugnet, in der Pariser Édition Jeanne Bucher 1932 bevorstand, wurde deren Reihenfolge festgelegt. Seine künstlerische Expertise nahm Hayter 1940 mit nach New York, wo er ein neues Atelier eröffnete, das bald zum Anlaufpunkt von Künstlern wie William Baziotes, Robert Motherwell, Jackson Pollock, Willem de Kooning, Mark Rothko und Adolph Gottlieb wurde. | Maike Steinkamp