Kaiser Friedrich III. zu Pferde
Ident. Nr.: B I 405
ObjID: obj:967663
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Fotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie / Andres Kilger Public Domain Mark 1.0
Fotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie / Andres Kilger Public Domain Mark 1.0
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1905 (Guss vor 1917)
- Material / Technik
- Bronze
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 135 x 56 x 112 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/967663
Objektbeschreibung
Der „99-Tage-Kaiser“ von 1888, Kaiser Friedrich III. (1831–1888), zeigte Ansätze zu einer liberalen Machtausübung, die er aber wegen seiner tödlichen Krankheit und kurzen Regierungszeit nicht ausführen konnte. Für die Hansestadt Bremen, wo im Umfeld des Kunsthistorikers und Museumsdirektors Gustav Pauli eine kleine, mäzenatisch aktive Gruppe die damals aktuelle Kunstentwicklung aufmerksam verfolgte, entstand aufgrund einer privaten Initiative ein 1905 enthülltes Denkmal des Kaisers im Stadtteil Schwachhausen, mit dem Tuaillon beauftragt worden war. Die Rahmenbedingungen gaben ihm relativ große künstlerische Freiheiten. In der Konzeption lehnt sich das Reiterstandbild an den „Colleoni“ Andrea del Verrocchios (1435–1488) in Venedig an und bezieht es sich auf das Reiterstandbild des Mark Aurel in Rom (um 161–180). Andere Details wie die Rüstung erinnern an Michelangelos (1475–1564) Giuliano de Medici in Florenz. Durch derartige kunsthistorische Referenzen machte sich Tuaillon einerseits wohl unangreifbar, andererseits gehörten sie zur neorenaissancistischen Haltung der Jahrzehnte um 1900 schlechthin. Der mit antikisch gekleidetem Oberkörper und Brustharnisch zu Pferde sitzende Kaiser war ein Novum in der Denkmalplastik des späten 19. Jahrhunderts. Tuaillon entzog sich damit der naturalistischen Detailkorrektheit, die als positivistische Norm allgegenwärtig war, und erhob den Kaiser zum zeitlosen Imperator. Die vorliegende kleinformatige Fassung wurde erst 1917 vom Künstler erworben. Ein zweites Exemplar war bereits 1912 als Geschenk Eduard Arnholds, des regen Mäzens von Tuaillon, in die Hamburger Kunsthalle gelangt. | Bernhard Maaz
Letzte Aktualisierung: 10.11.2025
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Alte Nationalgalerie
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