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Frauenbildnis (Mädchenkopf)

Ident. Nr.: A III 604

ObjID: obj:967686

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Oskar Coester (1886 - 1955),
Künstler*in
Datierung
um 1922
Weitere Titel
Sammlungstitel: Frauenbildnis (Mädchenkopf)
Übersetzung: Portrait of a Woman (Girl's Head)
Provenienz
Annie Caspari, München,
368016
Übereignung: Bankhaus Hardy & Co., München,
368015
Übereignung: Dresdner Bank, Filiale München,
15.8.1935
Kauf: Reichsfinanzministerium und Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
15.8.1935
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 36,5 x 30,5 cm
Erwerbung
1935 vom Preußischen Staat aus den Kunstbeständen der Dresdner Bank angekauft und an die Staatlichen Museen zu Berlin überwiesen, Vorbesitz Annie Caspari, München

Objektbeschreibung

Der in Frankfurt am Main geborene Maler und Druckgrafiker Coester begann als 20-jähriger ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in München, ab 1907 studierte er in Karlsruhe bei Ludwig Schmidt-Reutte. 1908 zog er zurück nach München, wo er der dortigen Neuen Secession beitrat. Diese Mitgliedschaft belegt ebenso wie jene im Deutschen Künstlerbund seine Verbundenheit mit dem Expressionismus beziehungsweise der künstlerischen Avantgarde der Zeit. Zum Freundeskreis Coesters gehörten Kulturschaffende wie Max Unold und Joachim Ringelnatz; seine Werke wurden in den Galerien Caspari und Thannhauser verkauft, später von Günther Franke. Stilistisch blieb Coester, dessen Œuvre klein ist, Einzelgänger. Dank der finanziellen Unterstützung seiner Familie lebte er ohne den Druck, sich von seiner Kunst ernähren zu müssen. 1934 stellte er ein Bild auf der Biennale von Venedig aus. Eher für Coesters Frühwerk charakteristisch ist hingegen sein „Frauenbildnis“ mit den zurückgenommenen Farben und dem Fehlen räumlicher Dimensionen, sodass die Frisur der unbekannten Frau in die bräunliche Hintergrundfarbe überzugehen scheint. Trotz des fast groben, leicht verschwommenen Farbauftrags wirkt das ausgearbeitete Gesicht der Dargestellten individuell. Sie macht einen ernsten, distanzierten Eindruck. Da Coester viele seiner frühen Gemälde um 1924 übermalte, unterscheidet sich dieses Porträt deutlich von dem bunten, vornehmlich hellen Spätwerk. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz