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Die Gipsfigur

Ident. Nr.: B 1236

ObjID: obj:967710

1983 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Predrag Nešković (1938 -),
Künstler*in
Datierung
1976
Material / Technik
Acryl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 98,5 x 80 cm
Erwerbung
1983 Ankauf vom Künstler, Belgrad, durch das Land Berlin aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin (West)

Objektbeschreibung

Neškovićs künstlerische Praxis war von einem Ritual bestimmt, das darin bestand, dass er unter der Woche volle Arbeitstage im Atelier verbrachte, während die Wochenenden für das Durchstöbern von Flohmärkten auf der Suche nach Objekten reserviert waren, die als Ausgangsmaterial für seine Kreationen dienten. Seit Mitte der 1970er-Jahre tauchen bestimmte Figuren und Gegenstände immer wieder auf seinen Leinwänden auf. Es handelt sich um Bilder von Badenden, Frauen mit einem Krug, Ballerinas, von Rotkäppchen, von Palmen oder Booten, die bald zu Neškovićs Kanon trivialer Symbole gehörten. Diese Vorlagen, die er bei Trödlern oder in populären Zeitschriften fand, vergrößerte er und kopierte sie amateurhaft auf Leinwände, wobei er bewusst einen naiven künstlerischen Ausdruck wählte und manchmal sogar das mit Bleistift gezeichnete Raster sichtbar beließ, mit dem er ein Motiv auf die Leinwand übertragen hatte. Als Künstler mit akademischer Ausbildung beherrschte Nešković die Maltechnik, doch verbrachte er im Laufe seines künstlerischen Lebens mehr Zeit damit, diese Fertigkeit abzulegen. Damit stellte er die Frage danach, was Kunst ist und was sie sein kann, über die Nutzung seines Könnens. | Svetlana Jevtovic Montua

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz