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Rudolf Hirth du Frênes im Atelier

Ident. Nr.: A I 873

ObjID: obj:967746

Details (Expert)

Beteiligte
Theodor Zacharias Friedrich Alt (1846 - 1937),
Maler*in
Datierung
1870
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 88,8 x 65,3 cm
Erwerbung
1905 Ankauf aus der Großen Berliner Kunstausstellung

Objektbeschreibung

1864 kamen Rudolf Hirth du Frênes (1846–1916) und Theodor Alt von Nürnberg zum Studium der Malerei nach München. Von 1866 bis 1873 besuchten sie gemeinsam die Meisterklasse bei Arthur Georg von Ramberg. Wichtiger als dieser Unterricht aber wurde für beide der anregende Umgang mit dem nur zwei Jahre älteren Wilhelm Leibl und anderen gleichgesinnten Studenten. Von 1869 bis 1870 arbeiteten Theodor Alt, Rudolf Hirth du Frênes, Johann Sperl und Wilhelm Leibl in einem gemeinsamen Atelier in der Münchner Arcisstraße, das die Akademie für Ramberg-Schüler gemietet hatte. Man nannte die sich um diesen Kern formierende, lockere Vereinigung junger Künstler ähnlicher Zielrichtung bald den Leibl-Kreis, denn »gleich von allem Anfang an war Leibls großes Talent erkennbar«, notierte später der dargestellte Hirth du Frênes über seine Studienzeit (zit. nach: E. Ruhmer, Der Leibl-Kreis und die Reine Malerei, Rosenheim 1984, S. 34).
Eine charakteristische Besonderheit dieses elitären Kreises waren die zahlreichen Freundes- und Künstlerbildnisse, die wiederum häufig als Freundesgaben verschenkt oder getauscht wurden. 1868 hatte Wilhelm Leibl in überraschend pathetischer Weise Karl Haider und Rudolf Hirth du Frênes als lebhaft ein Blatt betrachtende ›Kritiker‹ gemalt (E. Waldmann, Wilhelm Leibl, Gesamtverzeichnis, Berlin 1914, Nr. 70, Abb. 57). Theodor Alts ebenfalls im Atelier Arcisstraße spielende Szene nimmt deutlich Bezug auf Leibls Bild. Im Pathos und auch im Detailreichtum beider Bilder ist noch der Einfluß des gemeinsamen Lehrers Ramberg erkennbar, von dem Leibl wie Hirth du Frênes sich alsbald lösen sollten. Theodor Alt, resümierte später Scheffler, »ist nicht ein so unmittelbarer Mensch wie seine Mitstrebenden; er ist mehr tüchtig aus einem vornehmen Atelierehrgeiz heraus. Die Dame auf seinem Bilde ist durchaus ›gemalt‹« (Die Nationalgalerie zu Berlin, ein kritischer Führer, Berlin 1912, S. 194). – Die Dame stellt Wanda von Slupska dar, die spätere Ehefrau von Hirth du Frênes. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 19.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Gänsegeier

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An der Düsseldorfer Kunstakademie bei Karl Janssen geschult spezialisierte sich Pallenberg auf Tierdarstellungen. Obwohl er in seiner detailreichen Gestaltung einer weitestgehend konventionellen Formensprache gefolgt ist, enthält die Skulptur „Gänsegeier“ durch ihre polychrome Ausgestaltung ein modernes Moment. Der Bildhauer kombinierte die natürliche Färbung des grau geäderten Marmors mit rot-bräunlich lasierten Partien am Fels sowie eingesetzten Glasaugen und getönten Krallen. Eine Fehlstelle am Schnabel und Bohrungen auf der rechten Seite des Felsens deuten ebenso auf heute verlorene Materialergänzungen hin. 1918 wurde Pallenbergs Schaffen auf der „Großen Berliner Kunstausstellung“, die in jenem Kriegsjahr in Düsseldorf stattfand, mit über sechzig Tierplastiken gewürdigt, doch schon damals bemängelten Kritiker seine Formauffassung: „Pallenberg […] wirkt sympathisch durch seine anspruchslose Freude an Form und Bewegung meist exotischen Getiers. Leider bleibt er in der Auffassung der Form etwas kleinlich, gibt mehr Oberflächenplastik mit einem zu liebevollen Eingehen auf jede Einzelheit der zufälligen Erscheinung, da doch gerade das Typische der Tierform eine stilistisch größere Behandlung nahelegt. Nicht zufällig greift er meist zu kleinen Formaten“ (Adam Kuckhoff, Große Berliner Kunstausstellung Düsseldorf, in: Die Rheinlande, 28. Jg. [1918], H. 11/12, S. 222). Pallenberg baute sich für seine Studien eine beachtliche naturwissenschaftliche Sammlung auf und fertige neben freien Schöpfungen auch Rekonstruktionsmodelle urzeitlicher Tiere an. | Yvette Deseyve

Lautespielendes Mädchen

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Rebekka und Elieser am Brunnen

Rebekka und Elieser am Brunnen

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Monica, die Tochter der Künstlerin

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Das im Jahre 1900 auf der Ausstellung der Berliner Secession gezeigte Bild der Tochter Monica (1893–1961) war unerwartet erfolgreich und bewog etliche Familien zu dem Wunsch, ihre Kinder ebenfalls von dieser Künstlerin malen zu lassen. Sabine Lepsius, die so anspruchs- und hoffnungsvoll ihre künstlerische Arbeit begonnen hatte (vgl. das Selbstbildnis von 1885, Nationalgalerie, NG 1/56), sah sich dadurch auf ein typisch weibliches Motivfeld zurückgeworfen. Sie benötigte jedoch die Einkünfte, um ihren anspruchsvollen Hausstand mit etlichen Kindern, Hauslehrern, aber auch vielen Gästen finanzieren zu können. Was hatte das Bild so erfolgreich werden lassen? Das etwa siebenjährige Mädchen sitzt betont ungezwungen auf einer Decke auf dem Boden, ohne Schuhe und Strümpfe, die Haare offen. Die gute Herkunft aber beweisen die Rokokokommode im Hintergrund, das feine Empirekleid, die Perlenkette am Fußgelenk, der goldene Armreif, die gezierte Haltung. Der modernen Lebensreform zugeneigte, wohlhabende Familien fühlten sich von diesem gemäßigt unkonventionellen Bilde, das auch pädagogische Reformideen widerspiegelte, angenehm überrascht. Auch mit einem zweiten Bild ihrer eigenen Kinder, der Tochter Sabine (1899–1982), Krokusse pflückend (1906, Verbleib unbekannt), war Sabine Lepsius besonders erfolgreich. Ludwig Justi, der mit dem Künstlerpaar Lepsius befreundet war, hatte nach eigener Aussage 1914 geschwankt, ob er »dieses oder das Monica-Bild für die Galerie erwerben sollte« (Justi an Sabine Lepsius, Brief vom 13.7.1942, Deutsches Literaturarchiv Marbach, zit. nach: A. Dorgerloh, Das Künstlerehepaar Lepsius, Berlin 2003, S. 202, Anm. 346). – Monica Lepsius heiratete später den Innenarchitekten John Berenberg und war lebenslang selbst als Malerin tätig. | Angelika Wesenberg