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Frühlingssonne

Ident. Nr.: A IV 139

ObjID: obj:967770

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Maria Caspar-Filser (1878 - 1968),
Künstler*in
Datierung
1912
Weitere Titel
Sammlungstitel: Frühlingssonne
Übersetzung: Spring Sunshine
Provenienz
Annie Caspari,
25.3.1932
Übereignung: Bankhaus Hardy & Co.,
368074
Übereignung: Dresdner Bank, Filiale München,
15.8.1935
Kauf: Reichsfinanzministerium und Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
15.8.1935
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 75 x 92 cm
Erwerbung
1935 vom Preußischen Staat aus den Kunstbeständen der Dresdner Bank angekauft und an die Staatlichen Museen zu Berlin überwiesen, Vorbesitz Annie Caspari, München

Objektbeschreibung

Unter den Künstlerinnen ihrer Zeit war Caspar-Filser eine der erfolgreichsten. Sie präsentierte ihre Werke auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, oft als einzige Frau, und gehörte mehreren Künstlergruppen an, unter anderem war sie Gründungsmitglied der Künstlervereinigung SEMA sowie der Münchner Neuen Secession. Mehrere Reisen führten sie nach Frankreich und Italien. Als einer der ersten Künstlerinnen überhaupt wurde ihr 1925 in München ein Professorentitel verliehen. Caspar-Filser hatte in Stuttgart die Damen-Malklasse bei Friedrich Keller besucht. 1901 wechselte sie an die Akademie der bildenden Künste in München zu Ludwig Herterich, einem Verfechter der Freilichtmalerei. Er brachte ihr eine an Lichtwirkungen orientierte Malerei nahe. 1905 hatte sie ihre erste Einzelausstellung im schwäbischen Ebingen. Im selben Jahr reiste sie mit ihrem späteren Ehemann, Karl Caspar, nach Paris. Werke von Paul Cézanne und Vincent van Gogh wurden für sie prägend. Sie entwickelte einen koloristischen, expressiven Malstil. Vor allem Landschaften und Stillleben galt ihr besonderes Interesse. In Caspar-Filsers Gemälde „Frühlingssonne“ (A IV 139) ist ein spärlich bewachsener, zerfurchter Berghang mit mehreren Figuren zu sehen, darunter eine Gruppe dreier sitzender Kinder und, vorn rechts, ein Knabe mit Ziege. Bereits drei Jahre zuvor hatte sie ein solches Motiv in dem Bild „Halde mit Kindern“ verwandt (1909; Privatbesitz). Das großformatige, farbintensive „Blumenstillleben“ (A IV 140) mit Calla-Stängeln, Lilien, Rosen und Flieder ähnelt den Kompositionen „Calla und Flieder“ von 1925 (Landkreis Ravensburg, Landratsamt) und „Großer Frühlingsstrauß“ von 1926 (EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe; vgl. Maria Caspar-Filser, Ausst.-Kat., Hausen ob Verena/Ochsenhausen, 2013, Nr. 37 und 38). Es entstand wohl Mitte der 1920er-Jahre, nachdem der Ehemann 1922 an die Münchner Akademie berufen worden war und das Paar gemeinsam in dessen großem Atelier selbstbestimmt arbeiten konnte. | Birgit Verwiebe

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz