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Stillleben mit Petroleumlampe Verso: Stehender weiblicher Akt

Ident. Nr.: A IV 225

ObjID: obj:967790

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Carl Lohse (1895 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1920
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stillleben mit Petroleumlampe Verso: Stehender weiblicher Akt
Übersetzung: Still Life with Petroleum Lamp Verso: Standing Female Nude
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 90 x 70 cm
Erwerbung
1969 Ankauf von der Kunstausstellung Kühl, Dresden

Objektbeschreibung

Die expressionistische Werkphase Lohses war sehr kurz: Sie dauerte von Oktober 1919 bis April 1921. In dieser Zeit entstanden rund 130 Gemälde, zahlreiche Zeichnungen und mehrere plastische Arbeiten. Die künstlerische Ausbildung Lohses hatte in seiner Heimatstadt Hamburg begonnen, als er auf Fürsprache des Kunsthallen-Direktors Alfred Lichtwark 1909/1910 zunächst die Kunstgewerbeschule und im Anschluss die private Malschule des impressionistischen Freilichtmalers Arthur Siebelist besuchen konnte. 1912 immatrikulierte sich Lohse an der Hochschule für Bildende Kunst in Weimar, verließ diese aber 1913 gemeinsam mit seinem Kommilitonen Otto Pankok. Zusammen arbeiteten sie in dem oldenburgischen Dorf Dötlingen, reisten nach Holland und begeisterten sich für Vincent van Gogh, bis sie bei Kriegsbeginn nach Deutschland zurückkehren mussten. Das schwarzgrundige Stillleben mit Petroleumlampe, Kaffeemühle und zwei Flaschen wirkt wie ein später Reflex auf die dunklen Stillleben, die van Gogh 1884/1885 in Nuenen gemalt hatte, etwa das Stillleben mit Bartmannkrug, Kaffeemühle und Pfeifenetui (Kröller-Müller Museum, Otterlo). Anders als van Gogh wählte Lohse aber eine steile Perspektive, starke Farben und Helligkeitskontraste. Durch fehlende Konturierung, pastosen Farbauftrag und ausfransende Pinselstriche scheinen die auf einem Tischchen versammelten Gegenstände leicht zu vibrieren. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz