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Kind im Steckkissen

Ident. Nr.: A IV 144

ObjID: obj:967812

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Dix (1891 - 1969),
Künstler*in
Datierung
1932
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kind im Steckkissen
Übersetzung: Child in a Swaddle Wrap
Provenienz
Kauf: Staatliche Gemäldegalerie, Dresden,
1932–12.8.1937
Beschlagnahmung: Deutsches Reich / Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin,
12.8.1937 - verm. um 1940
Verwahrung: Depot Schloß Schönhausen, Berlin,
1938–31.1.1940
Kommission: Kunsthändler Bernhard A. Böhmer, Güstrow,
Juli 1940 - unbekannt
Material / Technik
Öl auf Leinwand auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 60,5 x 80,5 cm
Erwerbung
1968 Ankauf von Herrn Peter Jacobsen, Potsdam

Objektbeschreibung

Bilder von Kindern durchziehen das gesamte Werk von Dix. Neben sozialkritisch aufgeladenen Typenporträts wie den verschiedenen „Arbeiterjungen“ (seit 1914) und Mutter-Kind-Darstellungen spielen dabei vor allem die eigenen Kinder Nelly, Ursus und Jan, Enkelin Bettina sowie die außereheliche Tochter Katharina König eine wichtige Rolle. Auch Säuglingen hat der Künstler immer wieder Gemälde gewidmet, so mit dem Nelly-Bild „Kind im Arm“ (1922; Otto Dix Stiftung, Vaduz), den fünf Werken, die er 1927 nach der Geburt des Sohnes Ursus malte wie „Ursus im Steckkissen“ (wohl Privatbesitz), sowie „Bettina im Korb“ (1950) und „Sitzende Frau mit Kind“ (1959; beide Otto Dix Stiftung, Vaduz). Dazwischen liegt die Entstehung von „Kind im Steckkissen“. Welchen Säugling Dix darin wiedergegeben hat, ist nicht bekannt. Im selben Jahr malte er die thematischen verwandten Bilder „Stillende Mutter“ (wohl Privatbesitz, New York) sowie „Mutter und Kind“ (Sabarsky Collection, New York), sodass sich hier eine motivische Verbindung ziehen ließe. Allerdings ist der Karton des Bildes (Verbleib unbekannt, WVZ I.E. 2.2.4) auf 1930 datiert, für Dix eine ungewöhnliche zeitliche Differenz zwischen Konzeption und Ausführung. Der Säugling liegt diagonal im Bild und nimmt gerade etwa die Hälfte der Fläche ein. Vor einem dunklen Hintergrund ruht er unter einer weißlichen Decke auf einem gleichfarbigen Kissen. Das Kind ist in einen übergroß aussehenden Anzug eingepackt, durch den seine Hände viel zu klein aussehen. Sein trüber Blick starrt nach oben ins Leere, der Mund ist zu einem leichten Lächeln geöffnet. | Sven Beckstette

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz