Gewitter über Paris (II. Fassung)
Ident. Nr.: A III 236
ObjID: obj:967828
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1945
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Gewitter über Paris (II. Fassung)Übersetzung: Thunderstorm over Paris (version II)
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
11.6.1949Schenkung: Deutsche Verwaltung für Volksbildung / Staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten,
11.6.1949–1952 - Material / Technik
- Öl und Tempera auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 100 x 110 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/967828
Objektbeschreibung
Nach der Befreiung von Paris im Spätsommer 1944 war Lingner in die französische Hauptstadt zurückgekehrt und hatte im Oktober seine Arbeit bei der Zeitung „L’Humanité“ erneut aufgenommen. In dieser Zeit begann er auch wieder zu malen. Dabei griff er oftmals Motive auf, die er schon in den 1930er-Jahren genutzt hatte. Auch das Gemälde „Gewitter über Paris (II. Fassung)“ geht auf ein früheres Bild zurück. Entstanden im Jahr 1938 lässt sich aus ihm durchaus eine Vorahnung des Zweiten Weltkriegs herauslesen. Jene erste Version hatte Lingner Georges Cogniot, dem damaligen Chefredakteur der „L’Humanité“, geschenkt. Wo sie sich heute befindet, ist nicht bekannt. In beiden Fassungen türmen sich vor einem schwarzen Gewitterhimmel die Wolken bedrohlich über der Place de la Concorde. Detailgenau sieht man den ägyptischen Obelisken und die beiden nach dem Vorbild des Petersplatzes in Rom gebauten Brunnen, im Hintergrund ist erhellt Sacré-Cœur zu erkennen. Dass Lingner das Motiv 1945 wieder aufgriff, mag mit seiner Auseinandersetzung mit dem gerade beendeten Zweiten Weltkrieg zusammengehangen haben, gleichzeitig wirkt das Bild jedoch wie ein Gegenstück zu seinem 1929 geschaffenen Gemälde „Paris-Meudon“ (A III 231), das kurz nach seiner Ankunft in der Stadt entstanden war. Womöglich verweist „Gewitter über Paris“ schon auf seine Abreise, auf ein wehmütiges Abschiednehmen von einer Stadt, in der er insgesamt mehr als zwanzig Jahre verbrachte. | Maike Steinkamp
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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