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Hockende

Ident. Nr.: B I 493

ObjID: obj:967839

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Edwin Scharff (1887 - 1955),
Künstler*in
Datierung
1926-1928
Weitere Titel
Sammlungstitel: Hockende
Übersetzung: Squatting Woman
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
bis 1928
Material / Technik
Marmor und Carrara Marmor
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 119 x 75,5 x 71 cm
Erwerbung
1928 Ankauf vom Künstler durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Von der „Hockenden“ gibt es Ausführungen in Gips (B III 92) und Marmor (B I 493) sowie zahlreiche weitere motivisch ähnliche Versionen (vgl. WVZ Jörgens-Lendrum 1994). Eine 1927 in Scharffs Berliner Atelier aufgenommene Fotografie zeigt den Künstler vor dem Marmorblock mit Hammer und Meißel in den Händen und einem kleinen, vielleicht zwanzig Zentimeter großen Modell, das seitlich auf einem Stativ steht (Edwin Scharff. Retrospektive, Ausst.-Kat. Edwin-Scharff-Museum, Neu-Ulm, 1987, S. 23, Abb. 24). Wie bei dem wenige Jahre zuvor geschaffenen „Liebespaar“ (B I 479) geht auch hier die relativ glatt gearbeitete Figur in den rauen Stein des Sockels über. Der gehobene Kopf und der Blick nach vorn suggerieren, dass sich die Dargestellte gleich aus dem Stein heraus erheben könnte – oder beim Bad überrascht worden sei, wie Paul Ortwin Rave 1929 schrieb (Paul Ortwin Rave, Deutsche Bildnerkunst von Schadow bis zur Gegenwart. Ein Führer zu den Bildwerken der National-Galerie, Berlin 1929, S. 220 f.). Im Gegensatz zum Marmor ist das Modell in Gips nicht glatt verarbeitet. Scharff war seit 1923 Professor für dekorative Plastik an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin. Im selben Jahr stellte er in der Neuen Abteilung der Nationalgalerie im Kronprinzen-Palais, 1927 in der Preußischen Akademie der Künste aus. Sein Erfolg zeigt sich nicht zuletzt darin, dass in jenen Jahren zwei Ausführungen der „Hockenden“, das „Liebespaar“ und eine Porträtbüste von Paul von Hindenburg (B I 504) für die Nationalgalerie angekauft wurden. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz