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Caféhaus mit Ober

Ident. Nr.: A IV 59

ObjID: obj:967872

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl Völker (1889 - 1962),
Künstler*in
Datierung
1928-1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Caféhaus mit Ober
Übersetzung: Café with Maître d'
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
398083
Nachlass/Vermächtnis: Horst Völker, Halle/Saale,
1963–1965
Material / Technik
Öl und Tempera auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 50,5 x 70 cm
Erwerbung
1965 Ankauf aus dem Nachlass vom Sohn des Künstlers

Objektbeschreibung

„Caféhaus mit Ober“ (A IV 59) ist, wie auch „Kaffeehaus“ (A IV 413), in Celle entstanden, als Völker hauptberuflich im Büro des Architekten Otto Haesler tätig war. Mit den Kaffeehausszenen hat der Maler das Bürgertum – nicht die Oberschicht und nicht das Proletariat – in den Blick genommen. Gezeigt wird ein großer, heller, moderner und sehr nüchterner Speisesaal mit riesigen Paneelen an der rückwärtigen Wand, die Panoramafenster sein könnten, doch wäre der milchige Himmel so leer, dass auch er wie eine opake Wand erschiene, was wesentlich zur ambivalenten Stimmung zwischen Freizeit und weltloser Leere beiträgt. „Caféhaus mit Ober“ ist streng bildparallel aufgebaut, die Komposition wirkt ausgesprochen statisch, während Völker „Kaffeehaus“ durch die diagonale Stellung der Seitenwand dynamischer angelegt hat. Die keilförmig nach vorn drängende Menschenmasse erinnert an seinen „Bahnhof“ (1924/1926; Moritzburg, Halle), in dem die Passagiere die Stationstreppen hinunterfluten. Beide Kaffeehausszenen variieren das Thema der Einsamkeit in der Masse. Beide zeigen im Vordergrund eine Gruppe vereinzelter, maskenhafter Gestalten, die sich von der uniformen Menge im Hintergrund absetzt. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz