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Venus nach dem Bade

Ident. Nr.: A II 417

ObjID: obj:967882

Details (Expert)

Beteiligte
August von Kloeber (1793 - 1864),
Maler*in
Datierung
1826
Provenienz
Kauf: Prinz Heinrich von Preußen,
1826
Sammlung Hirschfeld, Berlin,
371540
August Thürff, Berlin,
24.6.1924
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 115 x 93 cm
Erwerbung
1924 Ankauf von August Thürff, Berlin

Objektbeschreibung

Julius Schnorr von Carolsfeld berichtete am 23. Juni 1826 dem Sammler Quandt aus Rom: »Ein gewisser Klöber hat auch ein schönes Bild beinahe fertig, eine Toilette der Venus, ganz im Geiste des Guilio Romano. Es gefällt mir ganz ungemein. Ich für meine Person habe auch an dem Gegenstand nichts auszusetzen; [...] Overbeck ist aber da ganz anderer Meinung und wir kamen in Streit« (J. Schnorr von Carolsfeld, Briefe aus Italien, Gotha 1886, S. 521). Auch der Rezensent der Berliner Akademieausstellung von 1828 tadelte das später dort ausgestellte Bild: »Die Composition ist übrigens zu voll; und besonders machen die sonst höchst sorgfältig behandelten Amorinen oben zwischen den Festons das Bild unruhig und gedrückt« (C. Seidel, Die schönen Künste zu Berlin im Jahre 1828, Berlin 1828, S. 216 f.). Seit der Studienzeit in Wien war Kloeber von der Malerei Correggios fasziniert; dies ist hier noch an der weichen, beschwingten Linienführung, dem ausgeprägten Hell-Dunkel und der emailartigen Farbigkeit spürbar. Der seinen Pfeil schleifende Amor erinnert an den »Bogenschnitzenden Amor« (um 1534/39) von Parmigianino im Kunsthistorischen Museum Wien.
1826 hatte der Nürnberger Kunstschuldirektor Albert Christoph Reindel einen Aufruf an die deutschen Künstler gerichtet, zum 300. Todestag Albrecht Dürers am 6. April 1828 Arbeiten für ein Dürer-Album zu schaffen. Für dieses ›Dürer-Stammbuch‹ wiederholte Kloeber 1827 seine Komposition getreu in Blei auf Pappe (34,4 × 27,5 cm, bez. rechts unten: A Kloeber inv. et dipx. Roma 1827; Museen der Stadt Nürnberg). Eine zweite Fassung des Bildes entstand in Berlin 1831. Sie gelangte in den Gartensaal des Schlosses Bellevue (vgl. M. Schasler, Berlins Kunstschätze, Bd. 2, Berlin 1856, S. 282, Nr. 82), später laut Thieme-Becker in das Schloß zu Wiesbaden (verschollen; Abb. in: I. Wirth, Berliner Malerei im 19. Jahrhundert, Berlin 1990, Abb. 343). | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

E-Mail:

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Edward T. Pearson

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Knabe am Schreibtisch

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Läuferin

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Der aus Riga stammende Starck begann sein Studium in Stuttgart und wechselte 1887 an die Berliner Hochschule für die bildenden Künste. Dort studierte er bei Albert Wolff, Fritz Schaper und Ernst Herter, von 1891 bis 1898 war er Meisterschüler von Reinhold Begas. Sein 1891 entstandener „Flötenspieler“ weist noch letzte Wurzeln im Neobarock auf, ehe sich der Bildhauer verstärkt einer neoklassizistischen Formensprache zuwandte, wie sie in seiner Bronze „Träumerei“ (1898, B I 129) oder auch in der polychrom gefassten Marmorarbeit „Die Quelle“ (1903, B I 200) zu beobachten ist. Die kleinformatige Statuette einer antikisierend gestalteten Läuferin im weiten Ausfallschritt und mit erhobenem rechten Arm wurde 1928 vom Kultusminister für die Nationalgalerie angekauft. In Starcks handschriftlichem Werkverzeichnis (NL Starck, vgl. Sabine Hannesen, Der Bildhauer Constantin Starck (1866–1939). Leben und Werk, Frankfurt am Main 1991, Kat. Nr. 154) lautet der Titel „Läuferin“; in anderer Literatur werden auch „Im Ziel“, „Am Ziel“ oder „Durchs Ziel“ genannt. Der Originalgips befindet sich im Besitz der Erben des Künstlers in Berlin. Nicht zuletzt durch die Statuetten der Bildhauerin René Sintenis (vgl. etwa „Der Läufer Nurmi“, B I 463) erfreuten sich in der Weimarer Republik Darstellungen von Sportlern zunehmend großer Beliebtheit. Starck betrieb häufig Studien auf Sportplätzen, die er mehrfach in entsprechende Motive umsetzte und teilweise lebensgroß ausführte: Golfspielerinnen, Tennisspielerinnen und andere, von denen manche auch in kleinformatigen Wiederholungen angeboten wurden. Vom vorliegenden Motiv ist keine großformatige Version bekannt. | Yvette Deseyve und Bernhard Maaz

Tafelaufsatz

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Der zunächst als Illustrator und Grafiker tätige Geyger beschäftigte sich 1886 erstmals autodidaktisch mit der Bildhauerei. Sein figürlich ausgestalteter Standspiegel (1896, B I 136), modelliert für Kaiserin Victoria, sowie sein von Kaiser Wilhelm II. für den Schlosspark Sanssouci erworbener „Bogenschütze“ (1900) zählen zu seinen bekanntesten Werken. Großen Anteil an der Verbreitung hatte die vielfache und in verschiedenen Formaten ausgeführte Reproduktion seiner Arbeiten sowohl durch die Württembergische Metallwarenfabrik in Geislingen an der Steige (WMF) als auch durch die Gießerei der Aktien-Gesellschaft Gladenbeck. Ebenfalls aus der Produktion Gladenbecks stammt der kunsthandwerkliche Entwurf eines Tafelaufsatzes mit figuralem Schaft sowie Alabasterfuß und -schale; er ist eine verkleinerte Version der Marmorausführung (Verbleib unbekannt) für den Sammler, Kunsthistoriker und Schriftsteller Johannes Gutmann, der 1909 eine der frühesten Würdigungen des Künstlers verfasst hatte. 1910 hieß es schwärmerisch über den Tafelaufsatz: „Knaben und Mädchen in der ersten knospenden Jugendschönheit umdrängen den Schaft des Kandelabers oder der Schale mit Karyatidengebärden und das wundervolle Ensemble ergibt Profile von einem unsagbaren Reiz“ (Maximilian Rapsilber, Ernst Moritz Geyger, in: Kunst und Künstler, 8. Jg. [1910], S. 627). Die jugendstilhafte Komposition der ineinander verschlungenen Aktfiguren wird durch die wenig anmutige, harte Körpermodellierung gebrochen und steht damit stilistisch Geygers in der Nationalgalerie verwahrten monumentalen Marmorfiguren „Arbeit“ und „Fleiß“ (1904, B I 352, B I 303) nahe. | Yvette Deseyve