Susanna
Ident. Nr.: NG 2/17
ObjID: obj:967917
Förderzuschuss der Kulturstiftung der Länder
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1869/70 (Marmor 1870-1872)
- Provenienz
- Oscar Hainauer,
1897Erwerbungsart ungeklärt: Sammlung Rudolf Mosse,
1909–1933Beschlagnahmung: Rudolf-Mosse-Stiftung,
1933Erwerbungsart ungeklärt: Anni Lederer,
1936Verlagerung in die Sowjetunion,
1945Rückführung nach Leipzig Völkerkundemuseum,
1978Überweisung: Fremdbesitz Nationalgalerie,
1994Restitution: Erben Sammlung Mosse,
01.12.2016 - Material / Technik
- Marmor
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 120 x 91 x 67 cm (mit Plinthe)
- Erwerbung
- 1897 Sammlung Oscar Hainauer; 1909 bis 1933 Sammlung Rudolf Mosse, ab 1936 im Besitz von Anni Lederer; 1945/46 Abtransport als Kriegsbeute nach Leningrad; 1978 Rückführung, Verbleib zunächst im Völkerkundemuseum Leipzig, dann ausgestellt als Dauerleihgabe im Museum der Bildenden Künste; 1994 Überweisung als Fremdbesitz an die Nationalgalerie; 2016 restituiert; 2017 Ankauf mit Förderzuschuss der Kulturstiftung der Länder.
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/967917
Objektbeschreibung
Das alttestamentarische Buch Daniel berichtet von Susanna, der Frau eines wohlhabenden Babyloniers. Die Tugendhaftigkeit der als wunderschön beschriebenen jungen Frau wird in der biblischen Geschichte auf eine harte Probe gestellt. Zwei betagte Richter beobachten sie beim Bade und drängen sie zum Geschlechtsverkehr. Als sie sich standhaft weigert, verleumden die beiden Alten sie und versuchen, sie hinrichten zu lassen. Der unerschütterliche Glaube Susannas bringt ihr letztendlich Gerechtigkeit.
Die Geschichte der Susanna wurde zu einer in der Kunstgeschichte vielfach dargestellten Parabel auf Gottesfurcht und integres Verhalten. Der Reiz einer künstlerischen Umsetzung bestand nicht zuletzt auch in der Möglichkeit, eine erotisch konnotierte, auf sinnliche Reize zielende Bildfindung zu gestalten.
Reinhold Begas konzentrierte sein Werk ganz auf die Susanna und entschied sich gegen die kunsthistorische Tradition einer Figurengruppe. Allein die Körperwendung, der Blick und das Überstreifen des schützenden Tuchs deuten auf die Anwesenheit der beiden Alten hin. Das eigentlich zum Verbergen der Nacktheit gedachte Tuch entwickelt Begas gleichsam zur Präsentationsfläche des sinnlichen Körpers. Mit dieser Inszenierung des voyeuristischen Blicks zieht der Bildhauer den Betrachter selbst in das unerlaubte Geschehen hinein. | Yvette Deseyve
Die Geschichte der Susanna wurde zu einer in der Kunstgeschichte vielfach dargestellten Parabel auf Gottesfurcht und integres Verhalten. Der Reiz einer künstlerischen Umsetzung bestand nicht zuletzt auch in der Möglichkeit, eine erotisch konnotierte, auf sinnliche Reize zielende Bildfindung zu gestalten.
Reinhold Begas konzentrierte sein Werk ganz auf die Susanna und entschied sich gegen die kunsthistorische Tradition einer Figurengruppe. Allein die Körperwendung, der Blick und das Überstreifen des schützenden Tuchs deuten auf die Anwesenheit der beiden Alten hin. Das eigentlich zum Verbergen der Nacktheit gedachte Tuch entwickelt Begas gleichsam zur Präsentationsfläche des sinnlichen Körpers. Mit dieser Inszenierung des voyeuristischen Blicks zieht der Bildhauer den Betrachter selbst in das unerlaubte Geschehen hinein. | Yvette Deseyve
Letzte Aktualisierung: 15.12.2025
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Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
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n/a