Logo

Reiher

Ident. Nr.: A III 430

ObjID: obj:967981

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Josef Hegenbarth (1884 - 1962),
Künstler*in
Datierung
um 1940
Weitere Titel
Sammlungstitel: Reiher
Übersetzung: Herons
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 115 x 120 cm
Erwerbung
1952 Überweisung von der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten der DDR

Objektbeschreibung

Auf einem bemerkenswert großen Bild ist hier eine Gruppe von Reihern dargestellt: Eine vordere, prägnante Reihe, eine zweite im Hintergrund und dazwischen ein Querläufer. Jedes Tier nimmt eine andere Haltung ein. Hegenbarth griff nicht das beliebte Motiv der schönlinigen Vögel auf, bevorzugt in zartem Rosa, wie es seit dem Jugendstil bekannt ist, sondern er schuf sieben Charakterstudien dieser Tiere in gräulichem Weiß auf einem dunkeltonigen blaugrauen Grund. Der Kunsthistoriker Fritz Löffler, der Hegenbarth als dessen Biograf über Jahre begleitete, schrieb über die Malweise: „Für die Gemälde verwandte Hegenbarth eine Mischtechnik aus Öl und Eitempera als Malmittel, bei seinem Vortrag legte er keinen Wert auf eine elegante Fläche, und die Farben wurden je nach Notwendigkeit dünner oder pastoser verwendet. Alle Gemälde verzichten auf den obligaten Schlußfirnis. So bleibt ihnen wie auch den Leimfarbenblättern eine stumpfe Oberfläche eigen, in der die Farben ihre natürliche Leuchtkraft ohne falsche Brillanz bewahren“ (Fritz Löffler, Josef Hegenbarth, Dresden 1980, S. 37). Eine Nähe der Darstellung zu ostasiatischer Kunst wird in Motiv und Malweise deutlich. Hegenbarth besaß den 1922 erschienenen Band „Die ostasiatische Tuschmalerei“ von Ernst Grosse, er hat sich lange Zeit davon anregen lassen. 1946 war dieses Tierbild neben weiteren Werken Hegenbarths mit Erfolg in der „Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung“ in Dresden zu sehen. Für den Künstler begann damit, nach schwierigen Jahren, eine lange Phase der Anerkennung und Popularität in beiden Teilen Deutschlands. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz