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Balkarische Gebirgslandschaft mit Reiter

Ident. Nr.: A III 292

ObjID: obj:967985

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Vogeler (1872 - 1942),
Künstler*in
Datierung
1940
Weitere Titel
Sammlungstitel: Balkarische Gebirgslandschaft mit Reiter
Übersetzung: Balkarian Mountain Landscape with Equestrian
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1942
Nachlass/Vermächtnis: Jan Vogeler, Moskau,
1942 - Ende 1952
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 51,5 x 37 cm
Erwerbung
1952 Schenkung der Regierung der UdSSR an die DDR aus dem Moskauer Nachlass Heinrich Vogelers. 1953 der Nationalgalerie (Ost) übergeben

Objektbeschreibung

Das Museum der Völker der Sowjetunion beauftragte Vogeler 1940 erneut mit einer Reise, die ihn im Herbst nach Kabardino-Balkarien im Nordkaukasus führte. Er sollte Bilder für die 1942 geplante Ausstellung „Unsere Heimat“ schaffen, die letztlich jedoch nicht zustande kam. Gefordert waren Werke, welche „die Typen der heutigen Sowjetmenschen und deren Lebensbedingungen“ darstellen, wie der Bremer Baumwollkaufmann Georg W. Hirschfeld, der den Künstler 1940 in Moskau besuchte, schrieb (Georg W. Hirschfeld, Besuch bei Heinrich Vogeler in Moskau, 17.3.1940, zit. nach Worpswede – Moskau, Ausst.-Kat., Worpswede, 1989, S. 227). Während Vogeler auf einigen Bildern in ausdrucksstarken Farben die ursprüngliche Gebirgslandschaft Kabardino-Balkariens („Gebirgslandschaft in Kabardino-Balkarien“, A III 291 und „Balkarische Gebirgslandschaft mit Reiter“, A III 292) mit ihren traditonellen Holzhäusern und alten Siedlungen („Alte Siedlung in Kabardino-Balkarien“, A III 301) zeigte, veranschaulichte er auf anderen den industriellen Fortschritt der Region. So malte er unter anderem die in einem weiß-rosa schimmernden hohen Bergmassiv gelegene neue Industrieanlage „Tyrnyaus-Kombinat in Kabardino-Balkarien“ (A III 300), in der chemische Produkte hergestellt und auch die in der Region gefundenen Erzvorkommen verarbeitet wurden. Es ist gerade diese Ambivalenz zwischen Alt und Neu, dem „Werden“ und dem Erfolg der sowjetischen Völkergemeinschaft, die in Vogelers Bildern aus diesen Jahren immer wieder deutlich zum Vorschein kommt und neben den landschaftlichen Eindrücken auch die propagandistische Funktion der Werke hervorscheinen lässt. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz