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Invasion der braunen Tiere

Ident. Nr.: A IV 526

ObjID: obj:968120

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wolfgang Frankenstein (1918 - 2010),
Künstler*in
Datierung
1947
Weitere Titel
Sammlungstitel: Invasion der braunen Tiere
Übersetzung: Brown Animals' Invasion
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 47 x 72 cm
Erwerbung
1985 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Drei Tiere bewegen sich durch eine abstrakte Landschaft. Mit seinen großen Ohren, der Schnauze und dem buschigen Schwanz erscheint das Tier im Vordergrund wie ein laufender Wolf, im Hintergrund sind zwei amorphe braune Wesen noch stärker abstrahiert. Auch ihre Umgebung wirft Fragen auf: Folgen sie einem Weg durch eine Stadtlandschaft? Leuchtet über ihnen der blaue Himmel mit einer weißen Wolkenschicht? Sicher ist nur die Wertung des Malers: Die „braunen Tiere“ sind Nazis, sie kommen als Angreifer. Zwei Jahre nach Kriegsende war der gebürtige Berliner Frankenstein freischaffend tätig und setzte sich persönlich und künstlerisch mit dem Nationalsozialismus auseinander. Das Studium an der Hochschule für bildende Künste in Berlin (seit 1937) musste er wegen seiner Einberufung 1939 unterbrechen, konnte es aber kurzzeitig wiederaufnehmen, bevor er erneut zum Dienst verpflichtet wurde. Gleichzeitig stand er im Visier der Gestapo, und sein Vater, der Jude war, starb im KZ Sachsenhausen. Ende der 1940er- und Anfang der 1950er-Jahre engagierte sich Frankenstein in unterschiedlichen (West-)Berliner Kreisen wie der Künstlergemeinschaft Neue Gruppe und der Ausstellungsgemeinschaft Ring bildender Künstler im Haus am Waldsee. Seine ersten künstlerischen Vorbilder waren Maler der Moderne wie Emil Nolde, George Grosz, Franz Marc und die Surrealisten. Diese Einflüsse sind in der „Invasion der braunen Tiere“ in den Farbflächen, den rätselhaften Formen und der Abstraktion noch sichtbar. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz