Invasion der braunen Tiere
Ident. Nr.: A IV 526
ObjID: obj:968120
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1947
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Invasion der braunen TiereÜbersetzung: Brown Animals' Invasion
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 47 x 72 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/968120
Objektbeschreibung
Drei Tiere bewegen sich durch eine abstrakte Landschaft. Mit seinen großen Ohren, der Schnauze und dem buschigen Schwanz erscheint das Tier im Vordergrund wie ein laufender Wolf, im Hintergrund sind zwei amorphe braune Wesen noch stärker abstrahiert. Auch ihre Umgebung wirft Fragen auf: Folgen sie einem Weg durch eine Stadtlandschaft? Leuchtet über ihnen der blaue Himmel mit einer weißen Wolkenschicht? Sicher ist nur die Wertung des Malers: Die „braunen Tiere“ sind Nazis, sie kommen als Angreifer. Zwei Jahre nach Kriegsende war der gebürtige Berliner Frankenstein freischaffend tätig und setzte sich persönlich und künstlerisch mit dem Nationalsozialismus auseinander. Das Studium an der Hochschule für bildende Künste in Berlin (seit 1937) musste er wegen seiner Einberufung 1939 unterbrechen, konnte es aber kurzzeitig wiederaufnehmen, bevor er erneut zum Dienst verpflichtet wurde. Gleichzeitig stand er im Visier der Gestapo, und sein Vater, der Jude war, starb im KZ Sachsenhausen. Ende der 1940er- und Anfang der 1950er-Jahre engagierte sich Frankenstein in unterschiedlichen (West-)Berliner Kreisen wie der Künstlergemeinschaft Neue Gruppe und der Ausstellungsgemeinschaft Ring bildender Künstler im Haus am Waldsee. Seine ersten künstlerischen Vorbilder waren Maler der Moderne wie Emil Nolde, George Grosz, Franz Marc und die Surrealisten. Diese Einflüsse sind in der „Invasion der braunen Tiere“ in den Farbflächen, den rätselhaften Formen und der Abstraktion noch sichtbar. | Emily Joyce Evans
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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