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Landschaft mit Häusern

Ident. Nr.: A IV 81

ObjID: obj:968127

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Rudolf Jacobi (1889 - 1972),
Künstler*in
Datierung
1920
Weitere Titel
Sammlungstitel: Landschaft mit Häusern
Übersetzung: Landscape with Houses
Provenienz
Dr. Lefmann, Berlin,
1966
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 80 x 100 cm
Erwerbung
1966 Ankauf aus Privatbesitz, Berlin, aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Nach einer Lehre als Theatermaler studierte der aus Thüringen stammende Jacobi bis 1914 in Berlin an der Hochschule für die bildenden Künste, zuletzt als Meisterschüler des Stadt- und Landschaftsmalers Friedrich Kallmorgen. Seine 1920 entstandene „Landschaft mit Häusern“ ist mit ihrem dynamischen Pinselduktus und den leuchtenden Farben deutlich vom Expressionismus geprägt. Die diagonale Strichführung entspricht dem Motiv der windflüchtigen Bäume vor den Häusern. Über einem schwarzen Schuppen in der Bildmitte staffeln sich effektvoll ein rotes Dach und ein weißer Giebel mit Schornstein. Das leuchtende Rot von Ziegeln und Erde bildet einen spannungsvollen Komplementärkontrast zum Grün der Blätter und des Grases. Weiße Wäsche weht im Wind, Wolken ziehen über den Himmel. Das Bild könnte im Herbst 1920 in Schleswig-Holstein entstanden sein, als sich Jacobi zum Malen an der Schlei aufhielt. Ebenso gut ist es möglich, dass es sich um ein Motiv aus Pommern handelt, denn im Sommer 1919 war Jacobi nach Rügenwalde (heute Darłowo) an der Wipper (Wieprza) gereist, und wahrscheinlich fuhr er im Jahr darauf erneut dorthin. Wenig später lernte Jacobi auf einem Künstlerfest die Malerin Anna Ottonie Krigar-Menzel, genannt Annot, kennen, die er 1921 heiratete. Von 1928 bis 1933 führten sie in Berlin die Malschule Annot, dann emigrierten beide in die USA. 1967 kehrten sie nach Deutschland zurück und ließen sich in München nieder. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz