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Plattenwerk

Ident. Nr.: A IV 534

ObjID: obj:968157

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Rainer Zille (1945 - 2005),
Künstler*in
Datierung
1984/1985
Weitere Titel
Sammlungstitel: Plattenwerk
Übersetzung: Panel Manufacturing Plant
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 99 x 143 cm
Erwerbung
1985 Ankauf vom Künstler, Dresden, aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Nach einer Lehre zum Destillateur und der Tätigkeit als Forstarbeiter begann Zille 1967 ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden als Schüler von Gerhard Kettner, Herbert Kunze und Franz Tippel. Zille konzentrierte sich in seinen Werken auf das lineare Verbinden von Flächen und konstruktiven Formen. Seine Motive sind zwischen vom Menschen geschaffener Technik und Architektur sowie Landschaft und Natur angesiedelt. Er bevorzugte Bildgegenstände von „lapidarer Sprödigkeit“ (Sächsisches Tageblatt, 30.10.1985). Die Flächenverspannungen sind auf seinem Gemälde „Plattenwerk“ erkennbar. Auf einem Dach sind mehrere Betonplatten aufeinander und nebeneinander gestapelt. Die darin eingegossenen halbrunden Metallbügel brechen die starre Lineatur auf. Der Blick geht über das Dach hinaus, hinter dem vor einem gräulich-lila scheinenden Himmel Obergeschoss und Dach eines weiteren Gebäudes aufragen. | Sarah Hampel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz