Die Familie des Künstlers
Ident. Nr.: NG 6/92
ObjID: obj:968264
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1824
- Provenienz
- Nachlass/Vermächtnis: Hugo Herbig (Enkel des Künstlers),
1928Kauf: Nationalgalerie, Berlin,
370411Leihe: Deutsche Botschaft, London,
376720als "Feindvermögen" in London versteigert,
1946Ankauf durch Helmuth Wohlthat (Vater von Harald Wohlthat) im Londoner Kunsthandel,
1950Harald Wohlthat, Kiel (Nachfahre des Künstlers),
1992 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 127 x 88 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/968264
Objektbeschreibung
Wilhelm Herbig porträtierte in diesem Gemälde seine Ehefrau Henriette (1796–1851), geborene Wilke, mit ihren ersten sechs von später dreizehn Kindern. Die Mutter, umringt von ihren fünf ältesten Töchtern und dem ersten Sohn, blickt zu einem der Mädchen, das mit ausgestrecktem Arm auf den Vater im Hintergrund weist. Als freudig heimkehrendes, zylinderschwenkendes Familienoberhaupt erscheint er links im Landschaftsausschnitt. Mutter und Kinder tragen schlichte reinfarbige Gewänder, deren leuchtende Farbklänge von Violett, Rot, Blau, Grün und Gold unvermittelt nebeneinander stehen. Orientiert am Stil der Nazarener hat Herbig die private Familienszene ins Ideale erhoben. Mit vielfältiger Pflanzensymbolik ist die Tugendhaftigkeit der Gattin und Mutter beschrieben: Weiße Lilien deuten in Analogie zu Mariendarstellungen auf Reinheit, die rotleuchtenden Johannisbeeren verweisen auf Fruchtbarkeit und Fülle, während der Haarkranz aus Kornblumen für Treue und heimatliche Verbundenheit steht. Das jüngste Kind hält als weiteres Zeichen der Fruchtbarkeit sowie als Paradiessymbol eine Orange in Händen. Herbigs einfühlsame Darstellung seines Nachwuchses erinnert an die Kinderbilder von Philipp Otto Runge und Karl Friedrich Schinkel.
Das Gemälde befand sich mehr als einhundert Jahre im Besitz der Familie des Künstlers, bevor es Ludwig Justi 1928 für die Nationalgalerie erwarb. Dem Sammler expressionistischer Kunst wird die Farbkraft des Bildes als eigener Wert erschienen sein. 1937 an die deutsche Botschaft in London ausgeliehen, dort 1946 als "Feindvermögen" versteigert, gelangte das Werk 1950 durch Ankauf im Londoner Kunsthandel wiederum in den Besitz der Familie Herbig. 1992 wurde es von einem Ururenkel des Künstlers der Nationalgalerie zurückgeschenkt. | Birgit Verwiebe
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a