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Faun und Nixe

Ident. Nr.: NG 5/94

ObjID: obj:968298

Details (Expert)

Beteiligte
Franz von Stuck (1863 - 1928),
Maler*in
Datierung
1918
Provenienz
Marianne Neuberg, Berlin,
1992
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 157 x 62 cm
Erwerbung
1992 Vermächtnis Marianne Neuberg, Berlin

Objektbeschreibung

Das Miteinander zeitloser, mythischer Mischwesen dient in den Bildern Arnold Böcklins, von dessen Kunst Stuck maßgeblich beeinflusst wurde, meist der Hebung und Belebung eines Natureindrucks (vgl. Böcklins „Kentaur und Nymphe“, 1855, A I 781). Mitunter aber verselbstständigen sich bei beiden Künstlern diese Darstellungen auch zu humoristischen Szenen mit vergleichendem Bezug zur Menschenwelt. So malte Böcklin 1874 eine Nymphe auf den Schultern Pans, die diesen gleich einem Reittier antreibt. Das Bild befand sich um 1900 in München (Sammlung Ludwig von Bürkel und Kunsthandlung Rieger, heute Privatbesitz Schweiz). Stuck könnte dadurch zu dem Motiv „Faun und Nixe“, welches er 1902 erstmals als Bild ausführte (Eigentum der Bundesrepublik Deutschland), angeregt worden sein. Er brachte darin einen Faun, ein Mischwesen aus Mensch und Ziegenbock, und ein Wesen des Meeres zusammen. Der Waldgeist trägt fürsorglich die mit Schwimmflossen ausgestattete Wasserjungfrau durch das knapp knietiefe Wasser. Das Wasser begründet hier die Huckepacksituation, auch das Motiv Frauenraub klingt an, vor allem aber sehen wir ein übermütiges, vitales Spiel am Meeresufer, nach menschlichem Vorbild erdacht, das die vertauschten Rollen vergessen lässt. Stuck hat das Motiv, wie andere erfolgreiche Bildfindungen, später noch einmal aufgenommen. Zur Entstehungszeit der vorliegenden zweiten Ausführung entwarf er die Bronzestatuette „Faun und Nixe“ (ein Exemplar im Museum Villa Stuck, München), vermutlich im Zusammenhang mit einem unrealisierten Brunnenprojekt. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Läuferin

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Der aus Riga stammende Starck begann sein Studium in Stuttgart und wechselte 1887 an die Berliner Hochschule für die bildenden Künste. Dort studierte er bei Albert Wolff, Fritz Schaper und Ernst Herter, von 1891 bis 1898 war er Meisterschüler von Reinhold Begas. Sein 1891 entstandener „Flötenspieler“ weist noch letzte Wurzeln im Neobarock auf, ehe sich der Bildhauer verstärkt einer neoklassizistischen Formensprache zuwandte, wie sie in seiner Bronze „Träumerei“ (1898, B I 129) oder auch in der polychrom gefassten Marmorarbeit „Die Quelle“ (1903, B I 200) zu beobachten ist. Die kleinformatige Statuette einer antikisierend gestalteten Läuferin im weiten Ausfallschritt und mit erhobenem rechten Arm wurde 1928 vom Kultusminister für die Nationalgalerie angekauft. In Starcks handschriftlichem Werkverzeichnis (NL Starck, vgl. Sabine Hannesen, Der Bildhauer Constantin Starck (1866–1939). Leben und Werk, Frankfurt am Main 1991, Kat. Nr. 154) lautet der Titel „Läuferin“; in anderer Literatur werden auch „Im Ziel“, „Am Ziel“ oder „Durchs Ziel“ genannt. Der Originalgips befindet sich im Besitz der Erben des Künstlers in Berlin. Nicht zuletzt durch die Statuetten der Bildhauerin René Sintenis (vgl. etwa „Der Läufer Nurmi“, B I 463) erfreuten sich in der Weimarer Republik Darstellungen von Sportlern zunehmend großer Beliebtheit. Starck betrieb häufig Studien auf Sportplätzen, die er mehrfach in entsprechende Motive umsetzte und teilweise lebensgroß ausführte: Golfspielerinnen, Tennisspielerinnen und andere, von denen manche auch in kleinformatigen Wiederholungen angeboten wurden. Vom vorliegenden Motiv ist keine großformatige Version bekannt. | Yvette Deseyve und Bernhard Maaz