Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1970
- Material / Technik
- Bronze
- Abmessungen
- Höhe: 34,5 cm
- Erwerbung
- 1975 Ankauf vom Propyläen Verlag, Berlin (West), aus Spendenmitteln
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/968310
Objektbeschreibung
Stadlers 1970 entstandener „Torso“ zeugt von einem experimentellen Ansatz, mit dem der Künstler weit über die formkonstituierenden Theorien der Münchner Bildhauerschule hinausgeht, die seine frühe Ausbildung prägten. In der Folge setzte er sich damit auch von den internationalen Kollegen wie Aristide Maillol, Henri Laurens oder Henry Moore ab. Die offene, teils poröse Oberfläche des Torsos, die Risse, Gusshautreste und Bearbeitungsspuren aufweist, wird zum ästhetischen Träger einer auf atmosphärische Wirkung zielenden Form. Seit den 1930er-Jahren hatte sich Stadler verstärkt mit experimentellen Verfahren beschäftigt, die es erlauben, Modell, Guss und Bearbeitung zu manipulieren, um in seinen Plastiken weniger die Form als das Prozesshafte in den Vordergrund zu rücken. Der Torso als an sich fragmentierte Figur schien ihm ideal, um daran den offenen Umgang mit Form und Material zu erproben: „Meine Arbeiten sind nicht einzelne für sich abgeschlossene Resultate, da mir das Weiterarbeiten in Ton oder Bronze zur Gewohnheit geworden ist, die alles in einem gewissen Sinn als Übergangsstadium erscheinen läßt. Von allen Arbeiten […] sind immer neue Fassungen vom selben Eindruck her entstanden, und der Torso läßt mich beweglicher bleiben als das abgeschlossene Werk, das es eigentlich bei mir nicht gibt.“ (Toni Stadler, in: Yvette Deseyve und Birk Ohnesorge [Hrsg.], „Ich finde nicht, ich suche“. Toni Stalder Leben, Werk, Wirkung, Berlin 2017, S. 36) Die Nationalgalerie besitzt den vierten von insgesamt zehn Güssen, die sich alle in der Oberflächengestaltung unterscheiden. | Yvette Deseyve
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de