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Torso

Ident. Nr.: NG 3/75

ObjID: obj:968310

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Toni Stadler (1888 - 1982),
Künstler*in
Datierung
1970
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe: 34,5 cm
Erwerbung
1975 Ankauf vom Propyläen Verlag, Berlin (West), aus Spendenmitteln

Objektbeschreibung

Stadlers 1970 entstandener „Torso“ zeugt von einem experimentellen Ansatz, mit dem der Künstler weit über die formkonstituierenden Theorien der Münchner Bildhauerschule hinausgeht, die seine frühe Ausbildung prägten. In der Folge setzte er sich damit auch von den internationalen Kollegen wie Aristide Maillol, Henri Laurens oder Henry Moore ab. Die offene, teils poröse Oberfläche des Torsos, die Risse, Gusshautreste und Bearbeitungsspuren aufweist, wird zum ästhetischen Träger einer auf atmosphärische Wirkung zielenden Form. Seit den 1930er-Jahren hatte sich Stadler verstärkt mit experimentellen Verfahren beschäftigt, die es erlauben, Modell, Guss und Bearbeitung zu manipulieren, um in seinen Plastiken weniger die Form als das Prozesshafte in den Vordergrund zu rücken. Der Torso als an sich fragmentierte Figur schien ihm ideal, um daran den offenen Umgang mit Form und Material zu erproben: „Meine Arbeiten sind nicht einzelne für sich abgeschlossene Resultate, da mir das Weiterarbeiten in Ton oder Bronze zur Gewohnheit geworden ist, die alles in einem gewissen Sinn als Übergangsstadium erscheinen läßt. Von allen Arbeiten […] sind immer neue Fassungen vom selben Eindruck her entstanden, und der Torso läßt mich beweglicher bleiben als das abgeschlossene Werk, das es eigentlich bei mir nicht gibt.“ (Toni Stadler, in: Yvette Deseyve und Birk Ohnesorge [Hrsg.], „Ich finde nicht, ich suche“. Toni Stalder Leben, Werk, Wirkung, Berlin 2017, S. 36) Die Nationalgalerie besitzt den vierten von insgesamt zehn Güssen, die sich alle in der Oberflächengestaltung unterscheiden. | Yvette Deseyve

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz