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Schwarz-Weiße Struktur

Ident. Nr.: NG 6/81

ObjID: obj:968352

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Zdeněk Sýkora (1920 - 2011),
Künstler*in
Datierung
1965
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schwarz-Weiße Struktur
Übersetzung: Black-and-White Structure
Černo-bílá struktura
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 220 x 180 cm
Erwerbung
1981 Ankauf von der Galerie R, Johanna Ricard, Nürnberg

Objektbeschreibung

Sýkora, ein tschechischer Künstler, der seit den 1960er-Jahren im Bereich der konstruktivistischen und konkreten Kunst arbeitete, nahm 1968 mit einer Druckgrafik und drei Skulpturen an der 4. „Documenta“ in Kassel teil. Seit 1964 arbeitete Sýkora mit Jaroslav Blažek, einem Mathematiker der Universität Prag zusammen, um seine Malerei vorzuprogrammieren. Sehr früh bezog er in seine künstlerischen Arbeitsprozesse einen LGP-30-Computer ein, damals einer der schnellsten in der Tschechoslowakei. Auf der Basis von Computerprogrammen wurden Liniengefüge erstellt, die Sýkora dann auf die Leinwand übertrug. Auch das Zufallsprinzip war dem Künstler in der Arbeit mit dem Computer wichtig, da es ihm ermöglichte, die expressive Geste und traditionelle Kompositionskonventionen zu vermeiden. Alle eingegebenen Formen, ihre Positionen, Farbe und Kombinationsregeln mussten definiert und in numerische Codes umgewandelt werden, mit denen der Computer arbeiten konnte. Sýkora gab diese Daten in ein leeres Raster ein und bestimmte mithilfe einer einfachen Berechnung die Grenze zwischen den schwarzen und weißen Bereichen. Der gesamte Prozess wurde vom Künstler detailliert beschrieben und 1967 in den Archiven der Biennale di Venezia hinterlegt sowie in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht: 1969 in „Kunst“ (Nr. 36) unter dem Titel „Mein System“ und 1970 in „Leonardo“ (Bd. 3, Nr. 4; zusammen mit Blažek) unter dem Titel „Computer-aided Multi-element Geometrical Abstract Paintings“. Die Gemälde wurden in der Regel in klassischer Öltechnik auf Leinwand schwarz-weiß ausgeführt. | Marta Smolińska

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz