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Bildnis der Tänzerin Marianne Vogelsang

Ident. Nr.: A II 1046

ObjID: obj:968388

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Dix (1891 - 1969),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1931
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis der Tänzerin Marianne Vogelsang
Übersetzung: Portrait of the Dancer Marianne Vogelsang
Provenienz
im Besitz des Künstlers (in Hemmenhofen),
1949
Kauf: Magistrat von Groß-Berlin,
1949–1951
Material / Technik
Öl und Tempera auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 60 x 44 cm
Erwerbung
1949 Ankauf vom Künstler für die Galerie des 20. Jahrhunderts. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

1926 wurde Dix zum Professor an die Kunstakademie in Dresden berufen und zog – nach kurzer Zwischenstation in Berlin – mit seiner Familie wieder an die Elbe. Schon seit seiner Zeit an der Kunstgewerbeschule war er fasziniert von der Maltechnik der alten Meister. Doch erst Mitte der 1920er-Jahre gelang es ihm, seine Bilder in dünnen Schichten in Tempera aufzubauen. Hierfür benötigte der Künstler einen glatten Bildträger, weshalb er nun auf zuvor mit Kreide geweißte Holztafeln malte. Dieses komplizierte Verfahren sorgte für die Feinheit und das durchsichtige Leuchten seiner Gemälde. Auch inhaltlich wandte sich der Künstler der Spätgotik und Renaissance zu und bezog sich nun auf Albrecht Dürer, Lucas Cranach den Älteren und Hans Baldung Grien. Eine renaissancehafte Anmutung hat auch das Porträt von Marianne Vogelsang (1912–1973), die Dix 1931 auf einem Fest in der Tanzschule von Gret Palucca in Dresden kennengelernt hatte. Die geborene Dresdnerin war Schülerin der bekannten Ausdruckstänzerin, bei der sie 1933 ihre Ausbildung abschloss. In Dreiviertelansicht vor einem in sich strukturierten gelblichen Hintergrund wiedergegeben hat die Porträtierte den Blick so gesenkt, dass ihre Augen fast geschlossen wirken. Ihr schwarzes Oberteil ist schlicht, sorgt aber dafür, dass das Rot von Kette und Kappe hervorsticht. Das Hauptaugenmerk scheint jedoch auf den filigranen Fingern ihrer rechten Hand zu liegen. Zwei Jahre später malte Dix eine weitere Palucca-Schülerin im „Bildnis der Tänzerin Tamara Danischewski mit Iris“ (Kunstmuseum Stuttgart). Ein Gemälde von Palucca selbst blieb nach einem Streit zwischen Maler und Modell unvollendet. | Sven Beckstette

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

Badende

Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

Mädchen aus Xanten

Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans