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Teller mit Trauben- und Rankendekor

Ident. Nr.: OAS1959-60

ObjID: obj:975315

Details (Expert)

Datierung
Ming-Dynastie, Ära Xuande
Geografische Bezüge
China,
Land
Material / Technik
Porzellan, blau-weiß glasiert
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 7,6 x 37,4 cm
Durchmesser: 24 cm (Boden)
Gewicht: 2 kg

Objektbeschreibung

Unterglasurblau verzierte Porzellane traten bald nach ihrem Aufkommen in der Zeit der mongolischen Fremdherrrschaft in China, der Yuan-Dynastie (1271–1368), zu einem Siegeszug um die Welt an. Nach dem Aufblühen des Blauweiß-Porzellans in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts war die Stadt Jingdezhen in der Provinz Jiangxi allmählich zum wichtigsten Zentrum der chinesischen Keramikindustrie aufgestiegen. Hauptbestandteile des chinesischen Porzellans bilden die relativ eisenfreie Tonerde Kaolin und das feldspathaltige Petuntse. Aus Petuntse, mit Zusätzen von Kalk und Pottasche, besteht auch die transparente und farblose Glasur, die den durchscheinenden, weißen Porzellanscherben überfängt und ihm den typischen Glanz verleiht. Seine intensive Farbwirkung verdankt das Blauweiß-Porzellan dem zunächst vor allem aus Persien importierten Kobaltoxid. Der kräftige Auftrag von Kobaltoxid führte beim Brand anfänglich oftmals zum Auftreten dunkler Flecken, ein Effekt, der sich durch die Übersättigung und das Durchschlagen des Pigments durch die Glasur ergab und dem Blauweißen jener Zeit seine Besonderheit verlieh. Auch dem prachtvollen Teller aus der frühen Ming-Zeit ist dieser Reiz eigen. Er zeigt im Spiegel Trauben und Ranken vor leerem Grund. Ein florales Band mit unterschiedlichen Blüten ziert das Cavetto, Wellen und Gischt schmücken den ausgezogenen Rand. SM8HF

Letzte Aktualisierung: 12.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Niedriger Tisch (oder Fußbank)

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Der niedrige Tisch mit floralem Dekor zählt zu den Meisterwerken chinesischer Schnitzlackarbeiten der frühen Ming-Zeit und stammt ohne Zweifel aus den kaiserlichen Werkstätten, wie zwei eng verwandte Stücke in der Sammlung des Pekinger Palastmuseums bezeugen. An der Wende zur Ming-Dynastie waren die beiden für ihre roten Schnitzlacke berühmtesten Lackmeister tätig, Zhang Cheng und Yang Mao. Sie legten die Grundlagen für eine grandiose Blüte dieser Kunst, die in der Ära Yongle (1403–1424) und Xuande (1426–1435) ihren Höhepunkt erreichte. Die Schnitzlackarbeit dieses niedrigen Tisches besticht durch den weich modellierten Schnitt der dicken Lackschicht und die kompositorische Eleganz des Dekors. Die Oberseite zeigt halb oder vollständig geöffnete Päonienblüten und Knospen unterschiedlicher Größe. Die Beine und Querverstrebungen sind außer mit Päonien auch mit Pflaumenblüten, Lotos und Chrysanthemen geschmückt. Fritz Löw-Beer (1906–1976), aus dessen Sammlung das Werk stammt, begann bereits in den 1920er Jahren, chinesische Lackarbeiten zu sammeln und konnte im Verlauf weniger Jahre eine umfangreiche Sammlung aufbauen. Er konnte sie nach einer Ausstellung in Amsterdam im Jahre 1938 bei seiner Emigration nach den Vereinigten Staaten mitführen und so in Sicherheit bringen. Während und nach dem Kriege vermehrte und verbesserte Löw-Beer die Sammlung. Der Großteil der Sammlung befindet sich heute im Stuttgarter Linden-Museum, das diese Bestände (186 Lackarbeiten) 1978 erwarb. Einzelne bedeutende Lackkunstwerke gingen zuvor bereits an das Museum of Fine Arts in Boston, das Victoria and Albert Museum und das British Museum in London. Im Jahr 1972 gelang der Erwerb des berühmten kaiserlichen Thronensembles und 1978 aus dem Nachlass der Erwerb des niedrigen Tisches für die Berliner Sammlung.

Bodhisattva Ksitigarbha (Jizō Bosatsu)

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Das rechte Bein untergeschlagen und das linke locker auf einen Lotossockel stützend, sitzt der in jugendlicher Mönchsgestalt auftretende Jizō Bosatsu in lässiger Halblotossitzhaltung und erhabener Frontalansicht auf einem Lotosthron mit doppelt gestuftem Sockel. Die Attribute, das Mönchsgewand, das wunschgewährende Juwel und der für Wandermönche typische Rasselstab, weisen auf die jüngere Ikonographie des Jizō Bosatsu hin, die seit Beginn der Kamakura-Zeit (1185–1333) in Japan beliebt war. Mit dem Aufkommen des Buddhismus des Reinen Landes in Japan im 12. Jahrhundert stieg auch die Popularität des Jizō Bosatsu als eine der wichtigsten buddhistischen Gottheiten. Er galt als der einzige Bosatsu, der nach dem Eingang des historischen Shaka Butsu ins Nirvana und bis zur Erscheinung des zukünftigen Miroku Butsu in der physischen Welt geblieben ist, um den Seelen bei ihrem Durchgang der sechs Existenebenen als Helfer beizustehen. Besonders im japanischen Volksglauben genießt Jizō Bosatsu bis heute große Beliebtheit als Schutzgottheit der KInder, der Schwachen und Hilflosen sowie der Reisenden. Der Blütendekor des doppelgestuften Sockels sowie die Behandlung der Gewandmuster mit feiner Goldmalerei auf grünem und rotem Pigmentgrund haben ihre Vorbilder in der chinesischen Song-zeitlichen buddhistischen Malerei. Der subtile Gesichtsausdruck und die delikate Malerei mit Goldfabe sind charakteristisch für die sakrale Bildkunst der späten Kamakura-Zeit. [SM8HF]