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Tiger

Ident. Nr.: 1980-35

ObjID: obj:978442

Details (Expert)

Beteiligte
Geiai 芸愛 (um 1489),
Maler*in
Datierung
Muromachi-Zeit
1. Hälfte 16. Jh.
Geografische Bezüge
Material / Technik
Hängerolle, Tusche auf Papier
Abmessungen
Bildmaß: 107,6 x 47,3 cm

Objektbeschreibung

Halb verdeckt durch tiefdunkle, regenschwere Wolken, schiesst der Drache in einem schwungvollen, die diagonale Bildachse entlang führenden Bogen in die Bildmitte hinein. Viel ruhiger, jedoch nicht minder dynamisch, gestaltet sich die Atmosphäre der Darstellung seines Pendants, des Tigers. Auf den Hinterbeinen sitzend, dreht der Tiger seinen geschmeidigen Körper nach rechts und blickt mit ernstem, misstrauischem Gesichtsausdruck die Betrachter frontal an. Bereits im chinesischen Klassiker "Buch der Wandlungen" (Yijing) traten Drache und Tiger als ungleiches Paar auf, das die Naturphänomene Regen und Wind symbolisiert. Ausserdem verkörpern sie die allumfassende Macht eines Herrschers. Darstellungen von Drachen und Tigern wurden in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts im Zuge der Transmission des Zen-Buddhismus von China nach Japan eingeführt, wo sie große Beliebtheit unter den Zen-Mönchen und dem Militäradel genossen. [SM8HF]

Letzte Aktualisierung: 11.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Bodhisattva Ksitigarbha (Jizō Bosatsu)

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Das rechte Bein untergeschlagen und das linke locker auf einen Lotossockel stützend, sitzt der in jugendlicher Mönchsgestalt auftretende Jizō Bosatsu in lässiger Halblotossitzhaltung und erhabener Frontalansicht auf einem Lotosthron mit doppelt gestuftem Sockel. Die Attribute, das Mönchsgewand, das wunschgewährende Juwel und der für Wandermönche typische Rasselstab, weisen auf die jüngere Ikonographie des Jizō Bosatsu hin, die seit Beginn der Kamakura-Zeit (1185–1333) in Japan beliebt war. Mit dem Aufkommen des Buddhismus des Reinen Landes in Japan im 12. Jahrhundert stieg auch die Popularität des Jizō Bosatsu als eine der wichtigsten buddhistischen Gottheiten. Er galt als der einzige Bosatsu, der nach dem Eingang des historischen Shaka Butsu ins Nirvana und bis zur Erscheinung des zukünftigen Miroku Butsu in der physischen Welt geblieben ist, um den Seelen bei ihrem Durchgang der sechs Existenebenen als Helfer beizustehen. Besonders im japanischen Volksglauben genießt Jizō Bosatsu bis heute große Beliebtheit als Schutzgottheit der KInder, der Schwachen und Hilflosen sowie der Reisenden. Der Blütendekor des doppelgestuften Sockels sowie die Behandlung der Gewandmuster mit feiner Goldmalerei auf grünem und rotem Pigmentgrund haben ihre Vorbilder in der chinesischen Song-zeitlichen buddhistischen Malerei. Der subtile Gesichtsausdruck und die delikate Malerei mit Goldfabe sind charakteristisch für die sakrale Bildkunst der späten Kamakura-Zeit. [SM8HF]