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Schiffförmige Schale

Ident. Nr.: 2009-193

ObjID: obj:978457

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
spätes 18. Jh.
Geografische Bezüge
Abmessungen
Objektmaß: 7,6 x 24,5 x 18,2 cm
Gewicht: < 2 kg
Erwerbung
Schenkung 2009

Objektbeschreibung

Die schiffförmige ovale Schale mit geradem Leib, der in Hüfthöhe in eine breit auslaufende Wandung übergeht, ist innen und außen mit einem floralen Rankendekor überfangen. Der Unterglasur-Dekor ist auf den Innenseiten in Schwarz und Blau ausgeführt, ebenso ist der Gefäßrand in Unterglasurschwarz bemalt. Die Außenseiten werden von blühenden Päonien mit Ranken in leicht erhabener Aufglasurmalerei in Blau, Grün und Gold verziert. Der Boden ist unglasiert. Die Schale ist ein gutes Beispiel für die seit der Mitte des 17. Jahrhunderts hergestellte frühe Kyôto-Ware, deren formale und malerische Eigenheiten sich von der farbig äußerst zurückhaltenden Raku-Ware, die ebenfalls in Kyôto produziert wurde, stark unterscheiden. Hergestellt wurde die farbenfreudige, mit aus der Malerei übertragenen Bildmotiven dekorierte Keramik in zahlreichen Werkstätten und Öfen der Kaiserstadt Kyôto und deren Umgebung. Diese vielfarbige Teekeramik mit oftmals ungewöhnlichen Formen kam dem veränderten Geschmack und Bedürfnis der Fürstenhäuser nach einem prunkvolleren Stil der Teezeremonie nach. Nonomura Ninsei (um 1627 bis 1695) war neben Ogata Kenzan (1663-1743) die herausragende Persönlichkeit unter den Keramikern des neuen Stils. Ninsei wird traditionellerweise mit der Gründung des Mizoro-Ofens in Awataguchi bei Kyôto, dessen Erzeugnissen unsere Schale stilistisch nahesteht, in Verbindung gebracht. In den Werkstätten um den Kiyomizu-Tempel in Kyôto wurde die sogenannte "ko-kiyomizu"-Ware hergestellt, zu der unser Stück ebenfalls in Verbindung gebracht werden kann. Der zur Schale gehörende Kasten trägt eine Aufschrift, die das Stück als "ko-kiyomizu"-Ware einordnet und Ninsei zuschreibt. SM8HF

Letzte Aktualisierung: 17.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

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Der Maskentyp des "Kleinen Gesichts" (ko-omote) wurde für die Darstellungen der anmutigen, jungen Frauengestalten in Drittspielen (Katsura Nô) geschaffen. Er spiegelt das weibliche Schönheitsideal der Heian-Zeit wider. Das ins rundliche gehende ovale Gesicht verjüngt sich zur Stirn hin und wird durch die aufgeschminkten, hoch angesetzten Augenbrauen zusätzlich gelängt. Die Augenwinkel verlaufen in einer geraden Linie, die Sehlöcher sind eckig. Die Nasenlöcher sind weich geformt, ähnlich wie der leicht geöffnete Mund, der die geschwärzten Zähne sichtbar werden läßt. Die Unterlippe ist betont vorgeschoben und endet in hochgezogenen Mundwinkeln. Es formt sich das für die Ko-omote charakteristische jugendlich-unbekümmerte Lächeln. Die Wangen sind füllig, das leichte Doppelkinn wird auffallend plastisch formuliert. Der Ausdruck lieblicher, verinnerlichter Schönheit jedoch, wie ihn die überlieferten Abbilder (utsushi) der dem Schnitzer Tatsuemon (Ende 14. Jahrhundert) zugeschriebenen Prototypen (honmen) besitzen, ist bei dieser Maske einer derberen Nuance gewichen und läßt sie in die Nähe des Maskentyps der Manbi (Tausend Koketterien) rücken. Diese Maske verkörpert die sinnlich-erotischen Aspekte der Frauengestalten im Nô und wurde erstmals zu Beginn der Tokugawa-Zeit, als die Entstehung neuer Spiele neue Maskentypen erforderte, geschaffen. Die drei feinen, seitlich verlaufenden parallelen Haarsträhnen (kegaki) geben jedoch den eindeutigen Hinweis auf den Typ der Ko-omote, da sie bei der Maske der Manbi nicht vorkommen. Im Laufe der Tokugawa-Zeit bildeten sich die repräsentativen Frauenmasken für weibliche Hauptrollen innerhalb der großen Nô-Schulen heraus. Zwei Familien, Komparu und Kita, benutzen den Typ der Ko-omote bis heute dafür. Die anderen Schulen wählten Masken vom Ko-omote-Typ für ihre weiblichen Nebenrollen (tsure). Möglicherweise handelt es sich bei unserer unsignierten Maske um eine solche tsuremen. [SM8HF]