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Sattel (kura) mit Drachendekor

Ident. Nr.: 4163

ObjID: obj:978554

Details (Expert)

Datierung
Azuchi Momoyama-Zeit
dat. 1594
Geografische Bezüge
Abmessungen
Andere Maße: Höhe des Vorderzwiesel: 27,5 cm
Andere Maße: Höhe des Hinterzwiesel: 27 cm, Länge des Sitzes: 36 cm
Erwerbung
Kauf von van Nierop, Amsterdam 1926

Objektbeschreibung

Auf dem mit Goldlack überzogenen "Birnenschalen-Grund" (nashiji) befindet sich an der Frontseite beider Zwiesel jeweils die lebendig gestaltete Darstellung eines Drachen, der aus dem Wellenmeer auftaucht. Beide Tierleibe sind als "erhabenes Streulack-Bild" (takamakie) in Gold gearbeitet. Leuchtendrote, flammenartige Schweife um die Beine der Drachen setzen einen reizvollen Akzent. Sie sind als "flaches Streubild" (hiramakie) gestaltet, ebenso wie die Krallen der Tiere in Silber. Die Schaumkronen der stilisierten, dekorativen Meereswogen heben sich in Schwarzlackmalerei vom goldenen nashiji-Grund ab. Aufgelegte, rechteckige Goldplättchen (kirigane) an den Rundungen der Wogen schaffen zusätzliche Lichteffekte. Die Innenseite der Drachenohren und die Zungen sind mit Rotlack aufgemalt. Bemerkenswert ist die realistische Darstellung der Augen: Unter einer konvexen Glaslinse sind die schwarzen Pupillen auf weissem Grund gemalt. Alle weiteren Außenflächen, einschließlich der Trachten, sind mit nashiji von Gold überzogen, ohne weiteren Dekor. Die Unterseite der Trachten sind partiell mit Gewebe bezogen. Dieser Typ Sattel wird yamato-gura oder wagura (Sattel im japanischen Stil) genannt, in Abgrenzung zum zeitlich früheren karakura-Typ (Sattel im chinesischen Stil). Während karakura-Sättel ausschließlich bei zeremoniellen Anlässen benutzt wurden, sind Sättel des vorliegenden Typs in Schlachten eingesetzt worden. [SM8HF]

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Der Maskentyp des "Kleinen Gesichts" (ko-omote) wurde für die Darstellungen der anmutigen, jungen Frauengestalten in Drittspielen (Katsura Nô) geschaffen. Er spiegelt das weibliche Schönheitsideal der Heian-Zeit wider. Das ins rundliche gehende ovale Gesicht verjüngt sich zur Stirn hin und wird durch die aufgeschminkten, hoch angesetzten Augenbrauen zusätzlich gelängt. Die Augenwinkel verlaufen in einer geraden Linie, die Sehlöcher sind eckig. Die Nasenlöcher sind weich geformt, ähnlich wie der leicht geöffnete Mund, der die geschwärzten Zähne sichtbar werden läßt. Die Unterlippe ist betont vorgeschoben und endet in hochgezogenen Mundwinkeln. Es formt sich das für die Ko-omote charakteristische jugendlich-unbekümmerte Lächeln. Die Wangen sind füllig, das leichte Doppelkinn wird auffallend plastisch formuliert. Der Ausdruck lieblicher, verinnerlichter Schönheit jedoch, wie ihn die überlieferten Abbilder (utsushi) der dem Schnitzer Tatsuemon (Ende 14. Jahrhundert) zugeschriebenen Prototypen (honmen) besitzen, ist bei dieser Maske einer derberen Nuance gewichen und läßt sie in die Nähe des Maskentyps der Manbi (Tausend Koketterien) rücken. Diese Maske verkörpert die sinnlich-erotischen Aspekte der Frauengestalten im Nô und wurde erstmals zu Beginn der Tokugawa-Zeit, als die Entstehung neuer Spiele neue Maskentypen erforderte, geschaffen. Die drei feinen, seitlich verlaufenden parallelen Haarsträhnen (kegaki) geben jedoch den eindeutigen Hinweis auf den Typ der Ko-omote, da sie bei der Maske der Manbi nicht vorkommen. Im Laufe der Tokugawa-Zeit bildeten sich die repräsentativen Frauenmasken für weibliche Hauptrollen innerhalb der großen Nô-Schulen heraus. Zwei Familien, Komparu und Kita, benutzen den Typ der Ko-omote bis heute dafür. Die anderen Schulen wählten Masken vom Ko-omote-Typ für ihre weiblichen Nebenrollen (tsure). Möglicherweise handelt es sich bei unserer unsignierten Maske um eine solche tsuremen. [SM8HF]