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Originales Perspektivbild des großen Tors und der Nakano-chō Straße in Shin-Yoshiwara

Ident. Nr.: 6002-28.51

ObjID: obj:982265

Details (Expert)

Beteiligte
Okumura Masanobu 奥村政信 (1686 - 1764),
Künstler*in; Archive
Datierung
Datierung: 1745
Datierung: Edo (Tokugawa)-Zeit
Weitere Titel
Sammlungstitel: Originales Perspektivbild des großen Tors und der Nakano-chō Straße in Shin-Yoshiwara
Übersetzung: Original Perspective Picture of the Great Gate and Naka-no-chô in the Shin Yoshiwara
Originaltitel: 新吉原大門口中之町 浮絵根元
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Blattmaß: 30,3 x 42,5 cm
Erwerbung
1967 übertragen aus der Kunstbibliothek, SMB. Erworben 1928 bei Paul Cassirer, Berlin, Auktion Slg. Straus-Negbaur.

Objektbeschreibung

Wie auf eine Bühne blickt man auf den belebten Platz am Haupttor in Shin-Yoshiwara in das nach hinten weit geöffnete Teehaus Tomoe-ya hinein. Mit sicherem Gespür für humorvolle und alltagsnahe Details wird das Leben im Vergnügungsviertel geschildert: Während im Vordergrund Gäste am Tor begrüßt werden, flaniert eine Kurtisane mit ihrer Dienerschaft vorbei. Einige auf Anonymität bedachte Samurai haben ihre großen Reisstrohhüte tief in die Gesichter gezogen. Im Hintergrund bieten Händler ihre Waren feil. Die herausgenommenen Schiebewände des Teehauses gestatten einen Blick in das Innere, wo eine Kurtisane und ihr Gast sich im mittleren Raum niedergelassen haben. Im hinteren Trakt wird die Küche sichtbar. Im Nebenraum wartet ein in einen Furisode gekleidetes Mädchen auf Besucher. Außerhalb des Tores weist eine Standarte mit der Aufschrift "Haupteingang zum Neuen Yoshiwara" den Reisenden und Ankommenden den Weg. Okumura Masanobu war sowohl Holzschnittzeichner als auch Verleger. Sein künstlerisches Schaffen fällt in eine Phase zahlreicher Neuerungen im Holzschnitt, die schließlich 1764/65 zu den kostsppieligen Vielfarbendrucken Harunobus führten. In den 1740er Jahren schuf Masanobu als erster so genannte "fließende Bilder" (uki-e), in denen seine Beschäftigung mit der anfänglich als kurios empfundenen westlichen Zentralperspektive sichtbar wird. Zahlreiche seiner Perspektivbilder schuf Masanobu als"beni-e". Neben beni (karminrotes, heute häufig ins Rosa verblaßtes, aus Safran gewonnenes Pigment) wurden sie mit weiteren Pflanzenfarben koloriert.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]