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Das Märchen vom jungen Himmelsprinzen Amewakahiko

Ident. Nr.: 6536

ObjID: obj:984286

Details (Expert)

Beteiligte
Tosa Hirochika 土佐広周 (ca. 1439 - 1487),
Maler*in
Gohanazono (1419 - 1471),
Kalligraf*in
Datierung
Muromachi-Zeit
Mitte 15. Jh.
Weitere Titel
Sammlungstitel: Das Märchen vom jungen Himmelsprinzen Amewakahiko
Amewakahiko sôshi emaki
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 32,1 x 1046,8 cm

Objektbeschreibung

Die ursprünglich zwei Querrollen umfassende narrative Darstellung von der Geschichte des "jungen Himmelsprinzen" (j. Amewakahiko) ist eine Verknüpfung des Märchens vom Tierbräutigam, der in Wahrheit ein himmlischer Prinz ist, mit Elementen der chinesischen Sage vom "Rinderhirten und der Weberin". Die erste Querrolle, von der heute nur noch die Textabschriften sowie eine Kopie aus dem 17. Jahrhundert erhalten geblieben sind, erzählt davon, wie sich die jüngste Tochter eine wohlhabenden Familie aufopferte, dem Heiratswunsche eines Schlangenungeheuers nachzukommen, das ihre Familie bedrohte. Nach der Hochzeit entpuppte sich der Tierbräutigem jedoch als strahlender, junger Himmelsprinz Amewakahiko. Das Glück währte aber nicht lange, da der junge Prinz auf Geheiß seines Vaters in den Himmel zurückkehren musste. Die Berliner Rolle, die den zweiten Teil der Geschichte illustriert, setzt ein, als die Ehefrau zum Himmel gelangte, um nach ihrem Gatten zu suchen. Die Sternbilder halfen ihr weiter und wiesen ihr den Weg zum Himmelsprinzen. Die Zusammenkunft des Paares wurde jedoch von einem Dämon, der vom Vater des Prinzen geschickt wurde, verhindert. Um im Himmel bei ihrem Gatten bleiben zu können, musste die junge Frau zuvor einige heikle Aufgaben lösen. So musste sie die über den ganzen Himmel verstreute Rinderherde in den Stall zurückführen und einen vollen Reisspeicher Korn für Korn in einen anderen überführen. Dann wurde sie in einen Raum voll giftiger Tausendfüßler und danach mit Tausenden von Schlangen eingesperrt. Dank des Zauberärmels, den ihr der junge Prinz mitgab, überstand sie alle Prüfungen bravourös. Dennoch konnten die Eheleute nicht zusammenbleiben, denn der Dämon warf eine Melone zwischen sie, aus deren Saft die Milchstraße entstand und sie voneinander trennte. Nur einmal im Jahr, am siebten Tag des siebten Monats, durften sie zusammenkommen. An diesem Tag feiert man in Japan das Tanabata-Fest, das heute auch als "Tag der Liebenden" bezeichnet wird. Die je sieben Text- und Bildteile, die sich auf der Rolle abwechseln und gegenseitig erläutern, zeugen von vorzüglicher künstlerischer Qualität. Eine Aufschrift des Prinzen Sadafusa (1372–1456) am Ende der Bildrolle nennt den Maler Fujiwara Tosa Hirochika als Illustrator und Kaiser Go Hanazono (1419–1470, reg. 1428 bis 1464) als den Schriftkünstler der Begleittexte. [SM8HF]

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Diese Stadtlandschaft zeigt den nördlichen Abschnitt der wichtigsten Einkaufsstraße der Stadt Edo, der von der Imagawa-Brücke im Bezirk Kanda bis zur berühmten Nihonbashi-Brücke führt. Eng aneinander gereiht stehen die verschiedensten Geschäfte, darunter auch der Hauptsitz des Stoff- und Bekleidungsgeschäfts Mitsui Echigoya, das heute unter dem Namen Mitsukoshi weltweit als Warenhaus bekannt ist. Mit akribischer Genauigkeit, erfrischendem Humor und großer Liebe zum Detail werden eine Vielfalt von landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkten sowie eine enorme Zahl von Geschäften, Verkaufsständen und Gebäuden abgebildet. Wohl nachträglich aufgebrachte Titelkartuschen nennen den jeweiligen Standort. Auf der Hauptstraße und den Nebengassen tummeln sich Menschen unterschiedlichster Berufe, Altersstufen und Stände. Von Samurai bis zu Bettlern, von vornehmen Bürgersfrauen bis zu Dirnen, von Mönchen bis zu Straßenhändlern ist das gesamte Spektrum der städtischen Bevölkerung vertreten.Das Bild trägt weder eine Signatur noch eine Datierung, doch weisen bestimmte Details auf eine Entstehung um das Jahr 1805. Die entsprechende Jahresangabe Bunka 2 findet sich im Zusammenhang mit dem Tempelnamen Ekōin als Aufschrift auf der Kiste eines Lastenträgers. Er bildet den Abschluss des Gefolges eines Mönchs, der wohl Spenden für den Bau der Haupthalle dieses Tempels sammelt. Die Bezeichnung „Haupthalle“ hondō ist auf der Fahne eines weiteren Begleiters zu erkennen. Der insgesamt vier Personen umfassenden Gruppe vor dem Buchladen Suharaya unweit der Ortsbezeichnung Surugachō, folgen drei ältere Frauen, wohl Laienanhänger des Tempels, welche die Bittprozession durch das Schlagen von Handglocken akustisch untermalen. Der Entstehungszeitraum der Rolle wird ferner durch das Todesjahr des 1814 verschiedenen Schreibers der Titelkalligraphie, Sano Tōshū, eingegrenzt.Aufgrund der hervorragenden malerischen Qualität und des bemerkenswerten Formats der Bildrolle (12 Meter lang und 44 cm hoch) kann angenommen werden, dass ein potenter Auftraggeber, der sich besonders für das Alltagsleben der Hauptstadtbewohner interessierte, dieses dokumentarische Werk speziell bei einem Malatelier anfertigen ließ. Als wahrscheinlichste Kandidaten gelten Mitglieder der Kaufmannsfamilie Mitsui, Eigentümer des Echigoya, oder Mitglieder der Aristokratie, die sich nicht unter das Volk mischen, aber eine Anschauung von dessen Leben sehen und besitzen wollten.Die Informationsfülle und die Lebendigkeit der Darstellung sind einzigartig. Die Darstellung von Stadttopographien hat aber eine Tradition, die wenigstens bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht und vor allem durch Darstellungen der Sehenswürdigkeiten Kyotos belegt ist. Aus der Titelkartusche geht hervor, dass diese bis vor wenigen Jahren in Berliner Privatbesitz tradierte Bildrolle zu einem zwei- oder gar dreiteiligen Set gehört. Hinweise auf den Verbleib der anderen Rolle/n sind dringend erwünscht. Ein Faksimile dieser Rolle ist seit 2011 in einem Schaufenster des Kaufhauses Mitsukoshi ausgestellt, das in einer Untergrundpassage auf die U-Bahn-Station Mitsukoshi-mae weist und täglich von Tausenden Menschen passiert wird. [SM8HF]