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Teeschale (chawan)

Ident. Nr.: 0023

ObjID: obj:985592

Schenkung Wilhelm von Bode

Details (Expert)

Datierung
Momoyama- bis fr. Edo-Zeit
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 10,1 x 14 cm
Erwerbung
Schenkung

Objektbeschreibung

Die Teeschale gilt als hervorragendes Beispiel des Types "e-Shino" (Bild-Shino) aus Ôgaya in der Provinz Mino (heutige Präfektur Gifu). Die unregelmäßig geformte Schale auf einem Fußring zeigt unter der dicken, dennoch durchschimmernden Glasur einen für Shino-Ware typischen, sehr sparsamen Dekor. Auf Hüfthöhe ist eine mit dem Spachtel eingravierte, fast die gesamte Schale umlaufende Linie zu erkennen, die in Japan als "Bergweg" (yamamichi) bezeichnet wird. Unmittelbar darüber sind zwei flüchtig hingemalte Bergumrisse und ein Zaunmuster zu erkennen. Ein ähnlich skizzenhaft ausgeführter Strichdekor findet sich auf der Innenseite der Schale. Ein dünn mirt Goldlack gefüllter Brandriß setzt einen zusätzlichen Akzent, ebenso wie sehr zartes "hi-iro" (Feuer-Farbe) an der Glasur des Lippenrandes, das von den Teemeistern besonders geschätzt wurde. In Form und Dekor steht dieses Chawan einer Gruppe von Teeschalen aus Mino-Keramik sehr nahe, die in Ôgaya gebrannt wurde. Im 15. Jahrhundert verlagerte sich die Produktion von glasierter Keramik von den traditionellen Seto-Öfen in Owari nach Mino weiter westlich, wo mit neuen Glasuren, Dekoren und Formen experimentiert wurde. Shino-Keramik wurde ab der Mitte des 16. Jahrhunderts gebrannt und fast ausschließlich für die Teezeremonie hergestellt. Kennzeichnend sind ein grobkörniger, gelblicher Scherben und die opake, durch den Gebrauch sanft schimmernde weiße Glasur. E-Shino-Waren gehören zu den frühesten japanischen Keramiken mit Unterglasurmalereien. [SM8HF]

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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