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Der Doge Leonardo Loredan mit vier Begleitern

Ident. Nr.: B.79

ObjID: obj:986220

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Giovanni Bellini (um 1435 - 1516),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1507
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Doge Leonardo Loredan mit vier Begleitern
Übersetzung: The Doge Leonardo Loredan with four Companions
Geografische Bezüge
Venedig,
Stadt
Provenienz
Privatsammlung Conte di Montenegro, Palma de Mallorca,
67587
Privatsammlung eines Bischofs, Bajadoz,
67588
Sammlung Joseph Spiridon, Paris,
1929
Auktion: Paul Cassirer, Berlin, und Hugo Helbing, München,
31.5.1929
Kauf: Marczell von Nemes, München,
31.5.1929 - wohl um 1930
Übereignung: Dresdner Bank, Filiale München,
bis 15.8.1935
Kauf: Reichsfinanzministerium und Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
ab 15.8.1935
Material / Technik
Tempera auf Pappelholz
Abmessungen
Bildmaß: 134,5 x 207,5 cm
Erwerbung
1935 vom Preußischen Staat aus den Kunst-Beständen der Dresdner Bank angekauft und an die Staatlichen Museen zu Berlin überwiesen, Vorbesitz Marczell von Nemes, München

Objektbeschreibung

Das berühmteste Gemälde von Giovanni Bellini ist das Porträt des Dogen Leonardo Loredan, das heute in der National Gallery in London ausgestellt ist. Das hier gezeigte Gemälde ist viel weniger bekannt, repräsentiert aber den gleichen Herrscher, umgeben von seinen vier Söhnen. Der schlechte Erhaltungszustand des Gemäldes erschwert jede ästhetische Wertschätzung, aber die Bedeutung der Komposition bleibt von großen Bedeutung: Der Doge ist dabei, seine Nachfolge zu organisieren und wurde wie eine heilige Figur im Zentrum der Komposition dargestellt.

SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. links unten auf einem Cartellino: IOANNES/ BELLINVS/MCCCCC/VII; auf der Tischglocke (fragmentarisch): LEONAR[DO/DUS]

Letzte Aktualisierung: 06.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

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Der aus Südtirol stammende, in den 1720er und 1730er Jahren an der Wiener Akademie ausgebildete und dort arbeitende Johann Georg Platzer orientierte sich an den Antwerpener Kleinmeistern des 17. Jahrhunderts sowie an der Pariser Malerei des 18. Jahrhunderts. Er schuf vorrangig Feinmalereien auf Kupfer, bei denen es sich häufig um beliebte Objekte für anspruchsvolle Kunstkammern handelte. Dazu muss auch das wohl in die Wiener Zeit zu datierende Berliner Gemälde gezählt werden. Es ist ein typisches Beispiel für Platzers in leuchtenden Farben mit feinem Pinsel auf dünner Grundierung ausgeführte Gesellschaftsstücke mit ihren dicht gefüllten Bildräumen.Eine heitere Gesellschaft bevölkert einen durch die Staffageearchitektur rechts und den Brunnen links begrenzten Garten. Links im Vordergrund reicht ein sitzender junger Kavalier  das eben gefüllte Weinglas der neben ihm stehenden Dame, die einen auffälligen, aus einem Blumenkranz, einer Feder und einem transparenten Schleier bestehenden Kopfputz trägt. Ein Knabe bietet dem Paar Früchte in einer reich verzierten Schale dar. Insbesondere die aufgeschnittene Melone verdeutlicht die darin enthaltene Einladung zum sinnlich erotischen Genuss. Hinter der Stuhllehne erhebt ein weiterer Mann scheinbar mahnend den Zeigefinger. Beobachtet wird dieses Geschehen von zwei im zentralen Bogen der Gartenarchitektur stehenden Männern.Frisuren und Kostüme sind nicht zeitgenössisch, sondern scheinen sich an solche der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts anzulehnen. Mit seinem Berliner Bild verweist Platzer auf Genrebilder mit musizierenden, tanzenden und trinkenden Paaren im Freien vor allem der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts (zum Beispiel Rubens' "Liebesgarten" im Prado, Madrid). Mit diesem in seinem Werk regelmäßig auftretenden inhaltlichen und formalen Rückbezug auf eine frühere Blütezeit der Malerei apelliert der Künstler an den Geschmack einer Sammlerschicht, die mit der Bildsprache dieser Vorbilder vertraut war.In Format und Bildaufbau offenbart das Berliner Bild enge Verwandtschaft zu den ebenfalls in die Wiener Zeit zu rechnenden Pendants "Allegorie des Gehörs" und "Allegorie des Geschmacks" (Graz, Alte Galerie am Landesmusem Joanneum). Zudem ähneln Kleid und Kopfputz der Frauenfigur jenen einer ebenfalls in Graz bewahrten "Tamburinschlägerin mit Flöte spielendem Kavalier". Krapf (2014) ordnet die angeführten Werke innerhalb Platzers Werk in die Gruppe der frühen Konversationsstücke ein.