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Die "Große Madonna von Einsiedeln"

Ident. Nr.: 339-1

ObjID: obj:986352

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Meister E S (1420–1468),
Stecher*in
Maria,
Erwähnte/Dargestellte Person
Datierung
Herstellung: 1466
Material / Technik
Kupferstich, koloriert
Abmessungen
Höhe x Breite: Einfassungslinie 20,6 x 12,3 cm
Blattmaß: 19,8 x 12,4 cm

Objektbeschreibung

Wallfahrten waren ein bedeutsamer, wenn nicht der wichtigste Grund für privates Reisen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Der Besuch heiliger Stätten und das Anrufen des heiligen Beistands vor Ort erhöhte die Zuversicht auf Erlösung oder die Hoffnung auf Milderung allfälliger Leiden und nicht zuletzt auf Ablässe von göttlichen Strafen.
Wallfahrtsorte waren auch Tourismuszentren. Und so lässt sich bei vielen graphischen Zeugnissen aus diesem Kontext nur schwer bestimmen, was der Hauptgrund ihrer Anfertigung gewesen sein mag. Einerseits konnten solche Bilder als visuelle Hilfsmittel der Andacht dienen, zum anderen waren sie aber sicher auch Andenken der Wallfahrer an die absolvierte Reise. Sie verkauften sich offenbar gut. Aus Anlass seines 500-jährigen Gründungsjubiläums im Jahr 1466 bestellte das Kloster Einsiedeln gleich drei verschiedene Devotionsblätter beim führenden Kupferstecher seiner Zeit, dem Monogrammisten E.S. Das größte zeigt sogar Pilger im Gebet vor dem Gnadenbild. Die Benediktinermönche legten offensichtlich Wert auf künstlerische wie technische Qualität. Daher nahm man den weiten Weg an den Oberrhein in Kauf, wo der Meister E.S. tätig war, um beste Arbeiten zu erhalten.

Text: Michael Roth, in: Wir suchen das Weite. Reisebilder von Albrecht Dürer bis Olafur Eliasson im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Ina Dinter, Berlin 2016, S. 34

Pilgrimages were a significant, if not the most important reason for private travel in the Middle Ages and early modern period. Visiting holy places and praying to holy figures on site was supposed to increase the likelihood of salvation, help ameliorate general suffering, and not least insure indulgence against divine punishment. Sites of pilgrimage were also centers of tourism. And in this way, it is often difficult to ascertain the main motivation behind many prints and drawings from this context. On the one hand, such pictures could serve as visual aids for spiritual contemplation, on the other hand they served as souvenirs for the pilgrims to recall the journey. They clearly sold well. To mark the 500th anniversary of its founding in 1466, the monastery of Einsiedeln commissioned three different devotional pictures by the leading copper engraver of that period, the monogrammist E.S. The largest version shows pilgrims praying before the miraculous image. The Benedictines clearly placed importance on artistic and technical quality. They even made the long trip to the Upper Rhine, where the master E.S. worked, in order to obtain the best work possible.

Text: Michael Roth, in: We’re off then. Travel Pictures from Albrecht Dürer to Olafur Eliasson in the Kupferstichkabinett, published by Hein-Th. Schulze Altcappenberg and Ina Dinter, Berlin 2016, p. 34

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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