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Madonna mit dem Kind

Ident. Nr.: 381-1

ObjID: obj:986355

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Meister E S (1420–1468),
Stecher*in
Maria,
Erwähnte/Dargestellte Person
Datierung
Herstellung: um 1465
Material / Technik
Kupferstich, koloriert
Abmessungen
Plattenrand: 13,7 x 10 cm
Höhe x Breite: Einfassungslinie 13,4 x 10 cm
Blattmaß: 13,9 x 10,2 cm

Objektbeschreibung

Der kleinformatige, alt kolorierte Stich des Meisters E. S., dessen einzig überlieferten Abzug das Berliner Kabinett besitzt, zeigt die Muttergottes mit dem Jesusknaben, die dem Betrachter menschlich, ja beinahe intim gegenübertreten. Der Brokatvorhang hinter Maria ist ein traditionelles Ehrenmotiv. Der Kapellenraum verweist symbolisch auf die Vorstellung Marias als Kirche, dem Haus, in dem Christus bei seiner Inkarnation Platz genommen hat. Der Apfel in der Linken des Knaben spielt auf seine Rolle bei der Erlösung von der Erbsünde an.
Der Meister E. S. war von ca. 1450-67 am Oberrhein tätig, wahrscheinlich in Straßburg. Umfang und stilistische Vielfalt des ihm zugeschriebenen Werkes deuten auf einen größeren Werkstattbetrieb hin. Neben religiösen Andachtsbildern entstanden auch zahlreiche Arbeiten mit profanen Themen. Er gilt als der bedeutendste Kupferstecher vor Martin Schongauer. Den Beginn der Radierung setzt man gewöhnlich an die Wende zum 16. Jahrhundert. Aber an radierte, d.h. geätzte Linien erinnern auf diesem Blatt auch die breiten, an den Rändern unscharfen Striche am Mantel Marias sowie am Mauerwerk. Da die Metallätzung, etwa für die Verzierung von Rüstungen, bereits bekannt war, ist es nicht ausgeschlossen, dass der Meister E. S. um 1460 erste Versuche in der Radiertechnik anstellte.

Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 96, Kat. III.8 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Zwei mehrwöchige Salzburger Aufenthalte wurden für Ferdinand Olivier in den Jahren 1815 und 1817 zum künstlerischen Schlüsselerlebnis. Wie auch die anderen deutschen Maler seines Wiener Umkreises, die in diesen Jahren die Landschaft des Salzkammergutes entdeckten, fand er hier zu seiner gültigen Landschaftsauffassung. In zahlreichen, zum Teil erst nach seiner Rückkehr in Wien ausgeführten Blättern verbindet er die Motive der Stadt und der Bergwelt zu kunstvollen Kompositionen, Höhepunkte seiner Zeichenkunst.Schon beim ersten Aufenthalt faszinierte ihn der Petersfriedhof, häufiges Motiv bei der romantischen Entdeckung Salzburgs. Er stellte ihn mehrfach in ganz verschiedenen Jahr 1816 datiert eine Bleistiftzeichnung von seiner Hand (Kupferstichkabinett, Dresden; Ludwig Grote: Die Brüder Olivier und die deutsche Romantik, Berlin 1938, Abb. 136), die er mit geringen Unterschieden zweimal wiederholt: durch eine Bleistift- und Rötelzeichnung (Staatliche Galerie, Dessau) und die vorliegende Federzeichnung. Sie wird als unmittelbare Vorarbeit für die Lithographie des Sonnabend-Blattes der Folge »Sieben Gegenden aus Salzburg und Berchtesgaden, geordnet nach sieben Tagen der Woche« gedient haben (vgl. Grote 1938, Abb. 137). Die Resonanz, die seine Zeichnungen von Salzburg und Folge von Lithographien in Wien auszuführen. Sie erschien 1823. Die Ansicht zeigt den Petersfriedhof mit dem Blick auf die frühbarocke Arkaden-Reihe und die sich darüber erhebende Nagelfluh-Wand zwischen Mönchsberg und Festungsberg mit der Maximin- und Gertrauden-Kapelle sowie den frühchristlichen Katakomben. Rechts erhebt sich die spätgotische Margarethen-Kapelle. Der Friedhof mit seinen Gräbern und Kreuzen, die Kapellen, schließlich der Begräbniszug im Hintergrund entlang der Arkaden: das alles sind neben der Freude am Motiv auch Aufforderungen des romantischen Künstlers, der Vergänglichkeit des Menschen stets gegenwärtig zu sein.Text: Gottfried Riemann, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 369, Nr. VII.15 (mit weiterer Literatur)