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Selbstbildnis mit gerunzelter Stirn

Ident. Nr.: 204-1896

ObjID: obj:988521

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Rembrandt Harmensz van Rijn (1606 - 1669),
Radierer*in
Datierung
Herstellung: 1630
Material / Technik
Radierung auf Papier
Abmessungen
Höhe x Breite: 7,2 x 6,1 cm

Objektbeschreibung

Das Selbstbildnis mit dem wilden Haarschopf gehört zu einer Reihe von kleinformatigen Affektstudien, die der junge Rembrandt Anfang der 30er Jahre – im Spiegel am eigenen Antlitz beobachtet – radierte. Sie dienten ihm u.a. als Vorbilder für biblische Figuren in seinen Historienbildern. Etwas gewollt erscheint der grimmige, energisch-gefaßte Gesichtsausdruck. Die Stirn, die Rembrandt in dieser Darstellung runzelte, galt seit jeher als äußere Sichtbarmachung innerer Gemütszustände, wie auch der holländische Kunstschriftsteller Karel van Mander notierte: »Auf die Stirn, die bei den Heiden dem Genius geweiht war, sage ich, müssen wir acht geben, da sie einige für die Seelenverräterin halten, für das Gesicht der Gedanken, ja für das Buch des Herzens, um des Menschen Gemüt zu lesen und zu prüfen: denn Falten und Gruben bezeugen, daß in uns ein betrübter und sorgenvoller Geist verborgen ist.«
Rembrandt Harmensz. van Rijn, der bedeutendste holländische Maler im 17. Jahrhundert, blieb auch als Schöpfer von Radierungen und Kaltnadelstichen unerreicht. Stilistisch, ikonographisch wie kompositionell behaupten sich seine Radierungen als selbständige Kunstwerke neben der Malerei. Das umfangreiche graphische Werk von etwa 300 Arbeiten wurde bereits zu Lebzeiten geschätzt und beeinflußte ganze Generationen von Radierern.

Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 208, Kat. IV.56 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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