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Das Kreuz im Gebirge

Ident. Nr.: SZ CD.Friedrich 21

ObjID: obj:989316

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Caspar David Friedrich (1774 - 1840),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um 1805 - 1807
Herstellung des Papiers: nach 1800
Geografische Bezüge
England,
Papiermühle
Provenienz
Kupferstichkabinett,
erworben zwischen 1840 und 1876
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
25. September 1913 bis 1992
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Abmessungen
Blattmaß: 64,0 x 92,0 cm
Rahmenaußenmaß: 85 x 110 x 3 cm

Objektbeschreibung

"Das Kreuz im Gebirge" gehört zu den größten Zeichnungsformaten im Werk von Caspar David Friedrich und muß vor dem 2. Februar 1807 entstanden sein, als Carl August Böttiger das Blatt in Friedrichs Atelier sah und im "Journal des Luxus und der Moden" des gleichen Jahres beschrieb: "In der Mitte eines großen Luftraumes erblickt man den Gipfel eines Felsen-Gebirges mit Tannen besetzt, und auf der obersten Spitze ein großes Cruzifix, welches eben von den ersten Strahlen der aufgehenden Sonne aus der Tiefe heraus beleuchtet wird" (S. 268-270).
Das Werk wurde im März 1807 auf der Dresdener Akademieausstellung erstmals öffentlich gezeigt und veranlasste den Grafen und die Gräfin von Thun-Hohenstein, bei dem Künstler eine Fassung in Ölfarben für ihre Hauskapelle auf Schloß Tetschen zu bestellen. Dieses Gemälde wird zu Weihnachten 1808 vollendet und gilt als Friedrichs erstes großes Ölbild: der berühmte und seinerzeit heftig umstrittene "Tetschener Altar", seit 1921 im Besitz der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Die im Werkverzeichnis von Helmut Börsch-Supan und Karl Wilhelm Jähnig angestrengte Vermutung, dass das 1807 in Dresden ausgestellte Sepiabild eine Zweitfassung gewesen sei, da die Zeichnung im Kupferstichkabinett unvollendet und zudem beschädigt sei, ist nicht nachzuvollziehen (Caspar David Friedrich. Gemälde, Druckgraphik und bildmäßige Zeichnungen, München 1973, unter Nr. 145). In der Tat gibt es im Bereich des Felsens Bleistiftskizzen von Bäumen und Buschwerk, die aber, wenn dies beabsichtigt gewesen wäre, weiter hätten ausgeführt werden können; der Großteil des Blattes ist jedoch bis die differenzierte Gestalt der Wolkenformationen hinein vollendet. Die vermeintlichen Schäden sind nachträglicher Art.
Den Schlüssel für eine Deutung im Sinne des romantischen Protestantismus gibt der massive Fels ab, dann die Drehung des Kreuzes in den Bildraum und die diaphane Lichtführung: So ist das für den Betrachter nicht direkt sichtbare Sonnenlicht (= Gottes-Erkenntnis) der konkreten Bildsprache nach nur über den festen Glauben (Fels) sowie über die Reflexe des Lichts in der Natur (hier in den sphärisch gewölbten Wolkenbänken) und konzentriert im Antlitz des Gekreuzigten zu erahnen. Über eine solche Symbolik nehmen wir mittelbar an der Gotteserfahrung teil, wobei die Reflektion über die künstlerische Ordnung wie ästhetische Wirkung des Bildes diesen Prozess nach Ansicht des Künstlers wesentlich zu intensivieren vermag. Welches Bild könnte das besser leisten als diese große "Landschaft mit Cruzifix"?

Text: Heinrich Schulze Altcappenberg (August 2011)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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