Logo

Gemeinsam lasst uns die Sterne erforschen

Ident. Nr.: NG 8/75

ObjID: obj:991866

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Richard Hamilton (1922-2011),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1962-1963
Weitere Titel
Sammlungstitel: Gemeinsam lasst uns die Sterne erforschen
Übersetzung: Together let us explore the stars
Abmessungen
Blattmaß: 51,0 x 33,0 cm
Erwerbung
1975 Kauf von Petersburg Press Ltd., London

Objektbeschreibung

Der Brite Richard Hamilton gehörte in den 1950er Jahren zu den Wegbereitern der Pop Art − einer Kunstrichtung, welche die Bilder der Massenmedien und die Warenwelt der westlichen Industriegesellschaft zum Gegenstand erhob. Seine Collage aus den frühen 1960er Jahren, die im Zusammenhang mit der Arbeit an einem motivisch ähnlichen Gemälde entstand, zeigt den behelmten Kopf eines Astronauten. In Form einer farbigen Reproduktion erkennt man die Gesichtszüge des russischen Kosmonauten Juri Gagarin. Sein Kopf ist Bestandteil einer auch mittels Tusche und Gouache angelegten torsoartigen Figur. Dieser wurden im Bereich der rechten Schulter Bilder technischer Apparaturen eingesetzt, ferner findet sich eine kopfüber eingesetzte Abbildung der amerikanischen Flagge am linken Blattrand. Der Titel der Collage bezieht sich auf die Antrittsrede des US-Präsidenten John F. Kennedy am 20. Januar 1961, in der es im Hinblick auf die Konfrontation der USA und der UdSSR im Kalten Krieg heißt: „Let both sides seek to invoke the wonders of science instead of its terrors. Together let us explore the stars, conquer the deserts, eradicate disease, tap the ocean depths, and encourage the arts and commerce.“ Im Rahmen des damaligen Wettlaufs ins All erfolgte im April desselben Jahres der erste bemannte Weltraumflug durch Juri Gagarin. Einen Monat später verkündete John F. Kennedy, dass die USA noch vor Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond senden wollten – was in der Tat gelang.

Text: Andreas Schalhorn, in: Wir suchen das Weite. Reisebilder von Albrecht Dürer bis Olafur Eliasson im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Ina Dinter, Berlin 2016, S. 28

In the 1950s, British artist Richard Hamilton was one of the pioneers of Pop Art, which treated images from the mass media and the world of commodities in Western industrial society as subject matter. His collage from the early 1960s, created while working on a painting with similar imagery, shows the head of an astronaut. In the form of a color reproduction, the facial traits of Russian cosmonaut Yuri Gagarin can be made out. His head is a component of a torso-like figure in ink and gouache. In the area of the right shoulder, images of technical devices have been inserted; and an upside down illustration of the American flag can be found on the left hand side of the sheet. The title of the collage refers to the inaugural address of U.S. president John F. Kennedy on January 20, 1961, in which he said the following in reference to the confrontation between the U.S. and the USSR during the Cold War: “Let both sides seek to invoke the wonders of science instead of its terrors. Together let us explore the stars, conquer the deserts, eradicate disease, tap the ocean depths, and encourage the arts and commerce.” In the framework of what came to be called “Space Race,” Yuri Gagarin successfully completed the first manned space flight in April of that same year. A month later, John F. Kennedy announced that the U.S. would send a man to the moon by the end of the decade—a goal which was attained.

Text: Andreas Schalhorn, in: We’re off then. Travel Pictures from Albrecht Dürer to Olafur Eliasson in the Kupferstichkabinett, published by Hein-Th. Schulze Altcappenberg and Ina Dinter, Berlin 2016, p. 28

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Der Sommer: Flusslandschaft mit Badenden

Der Sommer: Flusslandschaft mit Badenden

Während die Gemälde Avercamps, die deutlich in der um 1600 neu auflebenden Nachfolge Pieter Bruegels stehen, stets Winterlandschaften zeigen, in denen sich eine große Menge von Figuren auf dem Eis der zugefrorenen Kanäle erfreut, sind unter seinen Zeichnungen auch Kompositionen, die das Leben anderer Jahreszeiten spiegeln. Mit Wasserfarben bildmäßig durchgeführte Zeichnungen kann man sich als einen erschwinglichen Ersatz für die kostspieligeren Ölgemälde denken. Unser Blatt ist ein besonders großes und schönes Exemplar dieser Gattung. Trotz der gleichen Höhe und fast derselben Breite sowie dem komplementären Thema, kann keineswegs als gesichert angesehen werden, daß es sich bei der Zeichnung des Winters (KdZ 2230) um ein Pendant zu diesem Blatt handelt, zumal jene aus anderer Provenienz, nämlich der 1874 erworbenen Sammlung Suermondt stammt, dieses dagegen erst später erworben wurde.Das Wappen Amsterdams am Wirtshaus rechts legt die Uferszenerie in die Nähe der großen Stadt. Dort mischt sich das Landleben, wie es der Heuwagen, der Bauer mit dem Kalb und die Frau mit den Melkeimern repräsentieren, mit bürgerlich gekleideten Spaziergängern in steifem Hut, Halskrause und weiten Röcken; junge Leute haben sich ihrer Kleider entledigt um zu schwimmen; auf dem Wasser eine Bootspartie. Ungewöhnlich für Avercamp ist die vergleichsweise geringe Anzahl von Figuren. Diese Konzentration sowie der relativ niedrige Horizont sprechen für eine eher späte Datierung in die zwanziger Jahre. Mittel- und Hintergrund, die rechts durch die Uferstraße, links durch den Wasserlauf erschlossen werden, sind in erster Linie durch die Segel einer unwahrscheinlichen Anzahl von Schiffen bevölkert. Kirchtürme, Windmühlen und ein Galgen verleihen noch dem Horizont eine von menschlicher Präsenz belebte Atmosphäre. Die von Leben erfüllten Darstellungen sind geeignet, die in Quellen mehrfach belegte Behinderung Avercamps vergessen zu machen, der als Stummer menschlich relativ isoliert gewesen sein muß.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 206f., Kat. IV.53 (mit weiterer Literatur)