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„Das Hundertguldenblatt“

Ident. Nr.: 302-1898

ObjID: obj:992153

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Rembrandt Harmensz van Rijn (1606 - 1669),
Radierer*in
Datierung
Herstellung: um 1647/48
Provenienz
Christie's,
14.5.1830
Christiaan Josi (1768-1828),
67834
Abmessungen
Plattenrand: 27,8 x 38,8 cm

Objektbeschreibung

Das um 1647/49 entstandene »Hundertguldenblatt« darf als die berühmteste Radierung Rembrandts gelten. Der bereits im 18. Jahrhundert geläufige Titel geht auf eine Legende zurück: Rembrandt habe auf einer Auktion 100 Gulden bieten müssen, um ein einziges Exemplar dieses Blattes zurückzukaufen. Er besagt also nichts zum dargestellten Thema. Das figurenreiche Geschehen illustriert verschiedene Episoden aus dem Matthäusevangelium: Christus heilt die Kranken, die von ihren Angehörigen herbeigebracht werden, und er segnet die Kinder. Links hinter der Brüstung diskutieren die Pharisäer, die ihn mit ihren Fragen versuchen wollten, und am Boden davor kauert der wohlhabende Jüngling, dem Christus rät, mehr auf die Gebote Gottes denn auf irdische Güter zu achten. Auch das Kamel am rechten Rand ist Teil dieser Geschichte, spricht doch Christus: »Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.«
Die Vielfalt der graphischen Mittel, die einen malerischen Gesamteindruck hervorruft und das großformatige Blatt in den Rang eines Gemäldes erhebt, ruft Erstaunen hervor. Neben nur in Umrissen skizzierten Figuren stehen detailliert modellierte Bildteile. Das »Hundertguldenblatt« war bereits im 17. Jahrhundert die gesuchteste Radierung des holländischen Meisters, für die Sammler spektakuläre Höchstpreise zahlten. Auch der im Berliner Kupferstichkabinett aufbewahrte Abzug kommt aus berühmten Sammlungen, die sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen lassen. Er war 1877 auf der wichtigen Rembrandt-Ausstellung im Burlington Fine Art Club in London zu sehen und wurde wegen seiner exzellenten Druckqualität und des hervorragenden Erhaltungszustandes allgemein als eines der schönsten Exemplare überhaupt anerkannt. Den nur mit wenigen graphischen Sammlungen geteilten Reichtum des Berliner Kabinetts an Rembrandt-Radierungen belegt auch das Vorhandensein eines herrlichen Druckes vom ersten Zustand auf leicht verbräuntem Japanpapier.

Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 212, Kat. IV.61 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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