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Die drei Kreuze

Ident. Nr.: 643-16

ObjID: obj:992703

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Rembrandt Harmensz van Rijn (1606 - 1669),
Radierer*in
Datierung
Herstellung: um 1653/55
Abmessungen
Höhe x Breite: 38,7 x 45,2 cm (Plattenrand)

Objektbeschreibung

Das Drama von Jesu Tod muß Rembrandt so beschäftigt haben, daß er nach einigen Jahren, um 1661, die 1653 vollendete Kupferplatte mit der vielfigurigen Kreuzigungsszene erneut zur Hand nahm, die erste Darstellung in weiten Teilen wegschliff und eine völlig neue Version des Themas eingravierte. Diese zweite Fassung – der vierte Plattenzustand – zeigt ein dramatisch erstarrtes Bild vom Höhepunkt der Passion Christi. Die vom Himmel herabfallenden Schraffenbündel sind hier noch dichter als zuvor und tauchen das Geschehen fast in völlige Dunkelheit. Die Figurengruppen erfuhren eingreifende Überarbeitungen beziehungsweise Neuformulierungen. Das betrifft die Trauernden um Maria und Johannes zur Linken des Kreuzes, aber besonders die Figuren zur Rechten. Hier dominiert nun die einer Medaille des Renaissancekünstlers Pisanello entlehnte, im Profil gesehene Reiterfigur, die Longinus oder Pontius Pilatus vorstellen könnte.
Wie bei den vorangehenden Zuständen hatte Rembrandt allein Grabstichel und Nadel benutzt. Und auch hier variieren die Abzüge je nach Papiersorte und Intensität der Einschwärzung ganz erheblich. Die genauen Beweggründe für die radikale Umgestaltung der Platte – einzigartig in der Geschichte der Druckgraphik – kennt man nicht. Jedenfalls schuf Rembrandt eines der erschütterndsten Bilder vom Tode Christi in der Kunst – die Vorstellung einer unausweichlichen menschlichen Katastrophe.

Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 214, Kat. IV.63 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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