Logo

Hofinneres bei Bacharach

Ident. Nr.: ohne Inv.-Nr.

ObjID: obj:1065709

n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Hugo Spindler (Lebensdaten unbekannt),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1934
Additional titles
Collection title: Hofinneres bei Bacharach
Translation: Inside a Courtyard near Bacharach
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 60 x 80,5 cm
Acquisition
1937 Geschenk des Bürgermeisters der Stadt Meiningen, die Nationalgalerie sah von einer Inventarisierung des Bildes ab

Object Description

Der gebürtige Berliner Spindler, der lange in Meinigen tätig war, starb Mitte der 1930er-Jahre. Sein Werk ist unbekannt; es scheint sich vor allem um Alltags- oder Landschaftsszenen zu handeln sowie um Stadtansichten wie in dem Gemälde „Hofinneres bei Bacharach“. Nach seinem Tod bot seine Witwe Martha der Nationalgalerie zunächst eine Zeichnung an und wurde von Direktor Paul Ortwin Rave an das Märkische Museum verwiesen (SMB-ZA, I/NG 1012; daraus auch die folgenden Zitate). Kurz darauf wollte sie der Nationalgalerie ein Gemälde ihres Mannes schenken, was man aber mit der Erklärung ablehnte, dass es „nach den Bestimmungen der National-Galerie nicht möglich [sei], dass Schenkungen (oder Vermächtnisse) der eigenen Werke von Künstlern angenommen werden dürfen, wenn diese nicht bereits vorher in der National-Galerie vertreten waren“. Anscheinend sprach Frau Spindler daraufhin mit dem Bürgermeister von Meiningen, Wilhelm Zierdt, welcher der Nationalgalerie im Dezember 1937 eine Schenkung im Namen der Stadt anbot. Die Nationalgalerie lenkte ein und wählte eines von drei eingesandten Bildern aus. Offiziell in den Bestand aufgenommen wurde das Werk aber nie. Rave notierte, das „Bild ist so miserabel, dass es möglichst nicht inventarisiert werden soll“. In der Tat lässt sich das Gemälde „Hofinneres bei Bacharach“ wohl am ehesten als „Heimatkunst“ bezeichnen, die sich an der Malerei des 19. Jahrhunderts orientierte. | Emily Joyce Evans

Last updated: 24.08.2026

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

Additional items from the collections

Studie für „Ohne Titel“

Studie für „Ohne Titel“

Gorky, geboren als Vosdanig Manoug Adoian im Osmanischen Reich, gab sich einen neuen Namen, nachdem er den Völkermord an den Armeniern 1915 überlebt hatte und 1920 in die Vereinigten Staaten immigriert war. „Arshile“ könnte sich auf den altgriechischen Achilles oder den armenischen König Arshak beziehen, „Gorky“ suggeriert eine Beziehung zu Maxim Gorki (ebenfalls ein Pseudonym), einem der wichtigsten sowjetischen Schriftsteller. Der Künstler hatte sich damit einen Namen gegeben, der nicht von seiner Herkunft sprach, ihn in den USA aber dennoch als fremd auswies. Eine solche Selbsterfindung zeichnet auch seine Werke aus. Gorky hatte hauptsächlich autodidaktisch gelernt und sich anfangs an Künstlern wie Paul Cézanne, Pablo Picasso oder Joan Miró orientiert. In den 1940er-Jahren begann er, ausgiebig mit Linien und Farben zu experimentieren. 1944 verbrachte Gorky viele Monate auf dem Land und bezog biomorphe Formen in seine Arbeiten ein. Die Natur selbst war für ihn eine Spielart der Kunst (Kim S. Theriault, Rethinking Arshile Gorky, University Park [Pennsylvania] 2009, S. 114). Er schuf viele Zeichnungen, in denen er Formen wiederholte, bis er die für ihn richtige Lösung fand. „Ohne Titel“ ist eine Vorstudie zu einem ebenso benannten Gemälde von 1944 (auch als „Painting“ publiziert; WVZ-Nr. P285). Schwarze Linien – einige mäandernd, andere abstrahierte Objekte oder die Form weiblicher Genitalien beschreibend – überlagern sich mit frei schwebenden Farbflächen. Abstrakt, aber nicht völlig gegenstandslos stellt Gorkys Werk den Akt des Malens an sich in den Mittelpunkt. | Emily Joyce Evans

Untitled (Study for „Pancho Villa Dead and Alive”)

Untitled (Study for „Pancho Villa Dead and Alive”)

Mit der Technik der Collage beschäftigte sich Motherwell erstmals 1943. Die Mäzenin Peggy Guggenheim hatte ihn sowie eine Handvoll anderer US-amerikanischer Künstler – unter ihnen William Baziotes und Jackson Pollock – zu einer Gruppenausstellung eingeladen, die jener in den USA noch nicht sehr verbreiteten Methode gewidmet war. Auf ihr Drängen und unter Anleitung des Surrealisten Roberto Matta, einem engen Vertrauten Motherwells seit ihrer gemeinsamen Zeit in Mexiko 1941, experimentierte dieser erstmals mit „papiers collés“ (geklebten Papieren). Unter anderem schuf er 1944 die vorliegende unbetitelte Collage, die heute auch als „Study for ‚Pancho Villa Dead and Alive‘“ bekannt ist, da sie Merkmale der gleichnamigen Collage aus dem Vorjahr aufweist, die sich heute im Museum of Modern Art in New York befindet. Die Arbeit auf Karton setzt sich aus verschiedenen Sand-, Pack- und Japanpapieren zusammen, über die aus Tusche eine strichmännchenhafte Figur mit weit aufgerissenen Augen und erhobenem Arm gemalt ist. Da die Papiere hinter dem Männchen einem Sarg gleichen, über dem eine Zielscheibe prangt, liegt eine Analogie zu Pancho Villa, dem 1923 ermordeten mexikanischen Revolutionsführer, durchaus nahe. Waren Motherwells Collagen anfangs sowohl figurativ als auch abstrakt, verschwanden die darin durchscheinenden surrealistischen Anleihen zu Beginn der 1950er-Jahren und wichen einer Formensprache, die vor allem dem abstrakten Expressionismus verpflichtet war. | Maike Steinkamp