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Ident. Nr.: 1900,125

ObjID: obj:1524061

Details (expert)

Date(s)
1. Viertel 16. Jahrhundert
Datierung engl.: 1st quarter of the 16th century
Dynastie: Osmanen
Dynastie - engl.: Ottomans
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Türkei,
Land
Herkunft (Allgemein): Iznik,
Ort
Dimensions
Höhe: 31 cm
Durchmesser: 21,8 cm Rand
Durchmesser: 14,3 cm Fuß
Wandungsstärke: ca. 0,7 cm

Object Description

Gebrauchskeramiken aus der westanatolischen Stadt Iznik (das antike Nicäa) in der heutigen Türkei gehören zu den bekanntesten Zeugnissen osmanischer Kunst, die seit dem 19. Jahrhundert zunehmend auch von Europäern gesammelt werden. Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts werden in Iznik verschiedenartige Gefäße mit einem hellen, harten Scherben (Quarzfritte) hergestellt, auf den in unterschiedlichen Farben vor allem florale Dekore aufgetragen und mit einer transparenten farblosen Glasur überzogen wurden.

Orientieren sich die frühen Iznik-Waren an chinesischem Blau-Weiß-Porzellan, so nimmt im Laufe des 16. Jahrhunderts die Palette an Farben und Dekoren deutlich zu. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts tritt zu Blau, Grün, Mangan und Schwarz ein charakteristisches, kräftiges Rot (sog. Bolus-Rot), das zumeist als Schlicker aufgetragen wurde und sich plastisch abhebt.

Ampeln aus Glas, Metall und Keramik dienten der Beleuchtung von (religiösen) Gebäuden, speziell Moscheen, wie zahlreiche Glasampeln aus mamlukischer Zeit (13.-15. Jahrhundert) belegen. Großformatige Ampeln aus Keramik wurden indes nur in osmanischer Zeit hergestellt.

Die große Moscheeampel mit Ringfuß besteht aus einem bauchigen Unterteil, an dem sich drei geschwungene Ösen zur Aufhängung mit Ketten befinden, sowie einem sich trichterförmig öffnenden Oberteil. Bauch und Hals weisen über Knotenmotive verbundene Kartuschen auf, die z.T. mit den Namen Allah und Muhammad gefüllt sind. Eine Bohrung im Fuß der Ampel lässt vermuten, dass dort ein Hängezierrat angebracht war.

Last updated: 24.08.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.