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Besitzereintrag für Major Polier

Ident. Nr.: I. 4594 fol. 40 v

ObjID: obj:1524079

Details (expert)

Creator/Entity
Unbekannt,
Zeichner*in
Date(s)
1776
Datierung engl.: 1776
hiǧra - dt.: 1190
hijra - engl.: 1190
Dynastie: Moguln
Dynastie - engl.: Mughals
Additional titles
Collection title: Besitzereintrag für Major Polier
Translation: Owner’s inscription for Major Polier
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Indien,
Land
Herkunft (Allgemein): Ayodhya,
Ort
Dimensions
Höhe: 40,3 cm
Breite: 21,5 cm
Blattmaß: 18,9 x 18,9 cm

Object Description

Quadratisches Blatt mit streng symmetrischem Medaillon und Eckmotiven mit jeweils leicht variierten Blüten und Blättern in Goldmalerei. Das kreisrunde Medaillon ist mit acht kleinen Palmett-Kappen und einer Reihe von rot akzentuierten Halbpalmetten auf dunkelgelber Außenbordüre versehen. Der breitere blaugrundige Fries ist mit alternierenden, je vier rotgrundigen Pendants und grünen, gelben, roten Gabelblatt-Pendants sowie doppelten Wellenranken mit weiß-blauen und kleinen gelben, roten und rosafarbenen Blüten besetzt, die auch über die Pendants ziehen. Umrahmt von einer orangeroten und einer schwarz gepunkteten Leiste folgt eine hellblaugrundige, mit vier schwarzgrundigen Kartuschen besetzte schmalere Bordüre sowie das von sehr schmaler, fein schwarz umrahmter Goldleiste gefasste, mit Goldstaub grundierte Inschriftfeld. Eine ebenfalls von feinen umrahmten Randleisten gefasste schwarzgrundige Außenbordüre des Quadrats ist mit grüner Wellenranke und goldenen Knospen besetzt.
Die Marginalien sind von derselben Außenbordüre begrenzt. Oben und unten sind je zwei Landschaftsinseln mit rosa blühenden Bäumchen sowie weiteren kleinen Blumen auf Blattwerk bzw. kleinen Felsen in hohen, weißgrundigen Flächen. Von den äußeren Bäumchen unten steigen seitlich schlichte doppelte Blattranken mit rosa Knospen auf und rahmen das quadratische Blatt.
Eine 5-zeilige Inschrift in ungleichmäßigem Nasta’liq-Duktus in schwarzer Tinte ist offensichtlich nachträglich eingefügt:
Er ist Gott.
Dieses Album (muraqqa‘ ) mit 40 Blättern in Nasta’liq und andern Dukten von / den Kalligraphen der Zeit wurde auf Veranlassung des Kommissars, des gnadenreichen, des Vize,/ der Glorie des Reiches, des Stolzes der Herrschaft, Major Polier Bahadur, Löwe des Kampfes – sein Glück währe lang! – / am Datum des neunten Zihiddscha des Jahres 1190, gleich dem Jahr 18 der Thronbesteigung [von Kaiser Schah Alam II] zusammengestellt.

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.