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Ident. Nr.: I. 6375

ObjID: obj:1525300

Details (expert)

Date(s)
11./12. Jahrhundert
Datierung engl.: 11th - 12th century
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Ägypten,
Land
Dimensions
Höhe: 36,5 cm
Breite: 30,3 cm
Tiefe: 5,8 cm
Acquisition
1935 vom Preußischen Staat aus den Kunst-Beständen der Dresdner Bank angekauft und an die Staatlichen Museen zu Berlin überwiesen, Vorbesitz Albert Figdor, Wien

Object Description

Vierteiliger Beschlag aus Elfenbein mit zwei vertikal- und zwei horizontalverlaufenden Verzierungen. Die durchbrochenen Schnitzereien weisen verschiedene Personendarstellungen auf, die entweder frontal oder im Dreiviertelprofil gezeigt werden. Die Personen tragen alle Kopfbedeckungen und ihre Kleidung ist gemustert. Zu erkennen sind verschiedene höfische Darstellungen: Festszenen und Falkenjagden. Die Trinkszenen zeigen Personen, die eine Karaffe und einen Becher in der Hand halten. Zwei sitzen auf einem Kissen und stellen höchstwahrscheinlich die Herrscher dar. Ein tanzender Höfling mit dem Becher in der Hand sowie ein Weinbergarbeiter, der die Reben liest, sind ebenfalls zu erkennen. Zu den Festszenen gehören auch Musikanten, die verschiedene Instrumente spielen, darunter Flöte, Mizmar (eine Art Kegeloboe), Knickhalslaute und Zupfinstrumente.
Die Jagdszenen zeigen Reiter und Jäger, die Huftiere, Hasen und Jagdvögel, darunter auch Falken tragen und von Jagdhunden begleitet werden. Auch Tierkampfdarstellungen, in denen ein Löwe ein Huftier erlegt, oder ein Greifvogel eine Gazelle, sind abgebildet. Diese Szene ist an vorislamische Motive angelehnt und findet sich öfters in Objekten aus dieser Zeit wieder. Der Hintergrund ist mit einer Spiralranke versehen, die Weinblätter und –trauben aufweist. Vögel und Hasen füllen zum Teil die Lücken zwischen den Personen.
Reste einer roten Farbfassung sind noch erhalten.
Die Beschläge haben ursprünglich wahrscheinlich einen großen Kasten, eine Tür, oder vielleicht auch eine Thronbank geschmückt.

Last updated: 19.08.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.