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Damaskus-Nische

Ident. Nr.: I. 583

ObjID: obj:1525414

Details (expert)

Date(s)
15./16. Jahrhundert
Datierung engl.: 15th - 16th century
Additional titles
Damaskus-Nische
Damaskusnische
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Syrien,
Land
Herkunft (Allgemein): Damaskus,
Ort
Dimensions
Höhe: 302 cm
Breite: 245 cm
Gewicht: ca. 1550 kg (7. Teil HU-Bau-Teil 2: Überarbeitung 30.06.04: Teilprojekt 4)

Object Description

Nische aus Marmor und farbigen Steinen mit geschnittenem, gemeißeltem und eingelegtem Dekor.
Zwei eingestellte Säulen tragen einen hufeisenförmigen Bogen aus farbigen Steinen. Die Kalotte ist mit farbig gefasstem Muqarnas gefüllt. An der Rückwand und Laibung der Nische dominieren übereinandergestellte Kreismedaillons, die in Quadrate eingestellt sind. Diese sind mit Steininkrustationen gefüllt und werden durch Marmorstreifen, die teilweise mit Ranken in Flachrelief verziert sind, voneinander getrennt.
An der Rückwand sind die Kreise mit Rankenrelief und Schriftbändern gefüllt. Sie werden zudem von kleineren, horizontal abwechselnden Oktogonen und Kreisen flankiert. Der Bogen und das Bogenfeld werden von einem reliefierten Zickzackband gerahmt. Die Zwickel werden zusätzlich von einem Flechtband umfangen. In den Zwickeln selbst ist eine mehrzeilige Inschrift erhalten.
Die Nische stammt aus einem Gebäude im Damaszener Stadtviertel al-Malik az-Zahir, das nach dem Mamlukischen Sultan az-Zahir Baibars benannt ist. Auch der Dekor der Nische spricht für eine Datierung in Mamlukische Zeit (1250-1517).
Die Inschriften an der Nische sind Zitate aus der Thora in Samaritanischer Schrift. Die Samaritaner sind eine jüdische Religionsgemeinschaft, die erst im 17. Jahrhundert aus Damaskus vertrieben wurde und heute im Westjordanland und Israel lebt. Diese Nische ist ein Beispiel für eine dekorative Formensprache, die gleichsam von allen drei in Damaskus lebenden Religionsgemeinschaften benutzt wurde.

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.